Mein ambivalentes Verhältnis zum Muttertag

Ich hatte immer schon ein ambivalentes Verhältnis zum Muttertag.

Als Kind hab ich total gerne diese kleinen Geschenke für meine Mama gebastelt, Gedichte auswendig gelernt und in der Früh mit meiner Schwester auf der Wiese einen großen Blumenstrauß gepflückt. Allerdings hab ich auch damals schon ganz deutlich bemerkt, wie wenig dieser eine Tag in Hinblick auf die restlichen 364 Tagen im Jahr für meine Mutter verändert. Denn auch in meiner Familie war schon für mich als Kind damals in den 70er und 80er Jahren deutlich sichtbar wie ungleich die Verteilung von Hausarbeit, Kinderbetreuung und damit natürlich auch finanzieller Absicherung zwischen meinen Eltern war.

Das hat mein Leben und durchaus auch meine politischen Einstellungen doch sehr geprägt. Ich weiß noch, dass ich schon als kleines Mädchen beschlossen habe, dass für mich nur eine gleichberechtigte Beziehung in Frage kommt –  auch wenn ich das damals sicher noch nicht so ausgedrückt habe.

Als ich selbst Mutter wurde, war mein Mann dann tatsächlich einer der Ersten in der Steiermark, die Väterkarenz in Anspruch nahmen. Und die gleichberechtigte und faire Verteilung von Haushalt, Kinderbetreuung, Erwerbsarbeit und Freizeit, war auch darüber hinaus für uns selbstverständlich.

Auch meine Kinder haben zu jedem Muttertag nett kleine Geschenke gebastelt, Gedichte aufgesagt und Frühstück gerichtet. An meiner Tochter, die jetzt 22 Jahre alt ist, sehe ich auch sehr deutlich, dass sich in Hinblick auf eine gleichberechtigten von Frauen in den letzten 40 Jahren doch einiges verbessert hat, selbstverständlicher geworden ist.

Dennoch zeigen gerade auch die Folgen der Pandemie wieder überdeutlich, wie schnell es geht, dass Frauen (nicht nur Mütter!), wieder in Rollen gedrängt werden, die ihnen Doppel – und Mehrfachbelastung wie selbstverständlich aufbürden und im schlimmsten Fall in eine Spirale aus unbezahlter Arbeit, prekären Jobs, schlechtem Gewissen, Überbelastung und gesundheitlichen Probleme drängen.

Deshalb bleibt mein ambivalentes Verhältnis zum Muttertag auch 2021 bestehen. Der Muttertag geht auf eine Initiative der amerikanischen Frauenrechtlerin Anna Jarvis zurück. Um ihre 1905 gestorbene Mutter zu ehren und auf Probleme von Frauen aufmerksam zu machen, forderte sie einen Festtag für alle Mütter.  

Wir sind zwar schon ein Stück weiter als damals, doch von echter Chancengleichheit sind wir auch in der westlichen Welt noch immer weit entfernt. Deshalb ist der Muttertag für mich  – neben dem netten Frühstück mit meinen Kindern – vor allem ein Auftrag, mich weiterhin für eine gleichberechtigte Gesellschaft und Repräsentanz von Frauen in der Politik einzusetzen. In diesem Sinne wünsche ich allen, die ihn feiern, einen schönen Muttertag.

Das Recht auf (Über)Leben

Durch einige Diskussionen in den letzten Tagen ist mir Jean Ziegler wieder mal eingefallen:

 „Jedes Kind, das an Hunger stirbt, wird ermordet.“, hat er schon vor unzähligen Jahren zum ersten Mal festgestellt.

Mittlerweile müsste man dieses Zitat wohl um einige andere Umstände erweitern: „Jedes Kind (und überhaupt jeder Mensch), das an Klimawandel bedingten Katastrophen stirbt, jedes Kind, das wegen der Zerstörung seiner Lebensgrundlagen stirbt, jedes Kind, das auf der Flucht vor Hunger stirbt, jedes Kind, das auf Lesbos an einem banalen Infekt stirbt, weil es keine Hilfe bekommt….. (die Liste ließe sich unendlich erweitern) wird ermordet!“

Die Klimakrise und ihre Folgen kosten schon seit Jahren unzähligen Menschen das wichtigste aller Menschenrechte – das (Über)Leben.

„Klimakrise“ ist in diesem Sinne auch nur ein Sammelbegriff für all die Krisen, die eine skrupellose Ausbeutung von Mensch und Natur mit sich bringt. Diese Ausbeutung in einem auf unendliches Wirtschaftswachstum ausgerichteten Verschwendungssytem, ist aktuell die Basis für das, was wir Wohlstand nennen. Mit der Betonung auf „nennen“! Denn, dass sich immer mehr Menschen auch bei uns damit nicht „wohl“ fühlen, ist auch ohne Corona schon immer deutlicher geworden.

Die Klimabewegung war und ist nicht nur eine Ökobewegung. Sie ist eine Bewegung, die den Anspruch hat soziale Gerechtigkeit und nachhaltiges Wirtschaften in einer intakten Umwelt zum Wohle aller Menschen unter einen Hut zu bringen. Das ist ungefähr die Hauptaussage des Grünen Grundsatzprogramms. Viele halten das für eine Utopie. Für mich ist es die Grundlage meines politischen Engagements.

2019 haben sehr, viele, vor allem junge Menschen gespürt, dass sie jetzt beginnen müssen, um diese „Utopie“ zu kämpfen. Demzufolge waren die Grünen Wahlerfolge 2019 wohl auch kein Zufall. Die Tatsache, dass für eine tiefgreifende Wende nur mehr 15 bis 20 Jahre Zeit bleibt, hat letztlich auch für mich den Ausschlag gegeben, einem Regierungsprogramm zuzustimmen, das in manchen Bereichen sicher die unterste Messlatte des für uns Tragbaren darstellt – in anderen allerdings die erstmalige Chance bietet, den notwendigen tiefgreifenden Wandel endlich konkret voranzutreiben.

Denn, was anderswo Menschenleben kostet, macht auch uns auch hierzu Ort nicht gesund und glücklich. Trotz materiellen Überflusses, spüren auch Hierzulande immer mehr Menschen, dass unter den herrschenden Rahmenbedingungen nicht einmal der materielle Teil unseres Wohlstandes haltbar sein wird – geschweige denn der soziale, gesundheitliche, zwischenmenschliche, umweltabhängige…. Doch eine neue Definition von Wohlstand, inklusive Bereitschaft, das bisher Gewohnte zu reduzieren, zu teilen oder zumindest nicht mehr weiter zu verschwenden, fällt auch trotz eines Jahrs Grüner Regierungsbeteiligung nicht vom Himmel. Genauso wenig wie die Erkenntnis, dass das Menschenrecht auf (Über)Leben und ein „Weiter wie bisher“ nicht vereinbar sein werden.

Das braucht ein bisschen mehr Durchhaltevermögen als ein knappes Jahr! Das braucht mehr Engagement von uns allen! Das braucht die Bereitschaft, die Verantwortung, die man übernommen hat, auch ernst zu nehmen, wenn es gerade ziemlichen Gegenwind gibt.

Das Alte und das Neue oder der Anfang vom Ende eines zerstörerischen Systems

Niemand konnte das vorhersehen. Zumindest sicher nicht in dieser Dimension. Niemand war entsprechend vorbereitet. Überall sind auch Fehler passiert. Manche haben nur vorübergehend gewisse Bequemlichkeiten verloren, andere ihre Arbeit und finanzielle Absicherung, viel zu viele ihr Leben. Insgesamt ist wohl die Sicherheit über die Selbstverständlichkeit unseres Lebensstils und Wohlstands zumindest teilweise verloren gegangen. Nach rund einem Jahr Pandemie hat nun also das Neue begonnen.

2021 scheint sich in Form der Impfung zumindest ein gewisser Hoffnungsfunke abzuzeichnen.

LH Hermann Schützenhöfer sagt heute im Kleine Zeitung Interview (auch um die Notwendigkeit der Impfung zu unterstreichen), dass Massenarbeitslosigkeit und ihre Folgen, der Anfang vom Ende der zweiten Republik wären. Und dass wir nicht dauerhaft Schulden machen können, die unsere Urenkel noch zurückzahlen müssen…ja, da ist sicher auch was Wahres dran…doch diese Aussagen übersehen aus meiner Sicht das Wesentlichste.

Denn der viel zitierte Satz „gegen die Klimakrise gibt es keine Impfung“ gilt im neuen Jahr genauso wie im alten. Und „Klimakrise“ steht dabei nur stellvertretend für alle sozialen, wirtschaftlichen und humanitären Folgen der weltweit nach wie vor ungebremsten Zerstörung unserer Ökosysteme und Lebensgrundlagen.

Profil Chefredakteur Christian Rainer – wohl nicht verdächtig, ein fundamentaler Ökoaktivist zu sein, hat in seinem Leitartikel vom 19.12. drastische Worte für die aktuelle Situation gefunden: “…Die Folgen des Klimawandels stehen in keiner Relation zu dem, was das Coronavirus angerichtet hat….Die Erderwärmung und der Verbrauch aller fossilen Ressourcen werden nicht 1,7 Millionen Leben kosten, sondern hunderte Millionen, wenn nicht – langfristig – Milliarden…All das wird nicht in ferner Zukunft passieren, vielmehr wird das Leiden und Sterben noch in diesem Jahrhundert beginnen. Wir sprechen von unseren Kindern und Enkelkindern…..Corona ist klein. Die Klimakatastrophe wird unendlich groß.“

Corona hat allerdings schon mal eine Vorahnung davon gegeben, wie stark eine „kleine Krise“ alle Bereiche unseres gesellschaftlichen Gefüges an die Grenzen bringt. Wie stark und schnell sich schon vorhandene Probleme und Ungleichheiten in der Krise zuspitzen. Wo es dringenden Handlungsbedarf gibt, wovon wir zu wenig haben und wovon zu viel.

Und das alles spielt sich nicht nur irgendwo in der Welt ab, nicht nur dort, wo die Urwälder brennen, das ewige Eis auftaut oder ganze Inseln aus Plastikmüll im Ozean treiben. Sondern direkt hier bei uns, vor unserer Nase, hier in der Steiermark: Wir betonieren zu viel Boden zu (im Bundesländervergleich mit großem Abstand am meisten!), die wenigen noch intakten Flussstrecken sind von Megaprojekten bedroht, während wir nach wie vor viel zu viel Energie verschwenden, zu wenig Grünraum in der Stadt, zu wenig öffentlicher Verkehr am Land,….zu viel Verschwendungskonsum, zu wenig tatsächliche Bedürfnisbefriedigung, zu viel Egoismus, zu wenig Solidarität, zu viele schlecht bezahlte Systemerhalterinnen (hier mal bewusst mit kleinem “i” ), zu wenig Bereitschaft, vom Reichtum, der nicht “durch Leistung” erworben wurde, auch wieder etwas an die Gesellschaft zurück zu geben…..

Nichts davon ist schicksalhaft, es ist alles selbst gemacht. Ergebnis von politischen Entscheidungen und damit veränderbar.

Und trotz der Herausforderungen, die das alles mit sich bringt, hat sich eine Überzeugung bei mir in diesem Jahr noch gefestigt: Es lohnt sich, um diese Veränderung zu kämpfen und das ist meine größte Motivation für dieses neue Jahr!

Und damit schon zur guten Nachricht:

„Wir sind diejenigen, die die Richtung ändern können!“ 

Wir sind es, die entscheiden, ob wir direkt aus der Coronakrise, wieder den gleichen Zerstörungs – und Verschwendungskreislauf in Gang setzen wie zuvor und damit weiter in die große, wirklich alles bedrohende Krise steuern wollen. Oder ob wir endlich die vielen guten Ideen, nachhaltige Wirtschaftskonzepte, ein vielleicht etwas bescheideneres, aber dafür weniger gehetztes und getriebenes Leben wählen wollen.

Diese Krise duldet keine Ausreden. Sie kam nicht überraschend. Wir konnten sie vorhersehen. Wir stecken mittendrin. Ihre Dimension ist bereits seit Langem vielfach wissenschaftlich erforscht und bewiesen. Wir wissen auch, dass ihre Folgen mit einem guten (Über)Leben nicht vereinbar sein werden. Wir können uns vorbereiten. Es werden sicher auch weiterhin Fehler passieren. Aber wir haben noch die Chance, es besser zu machen. Zeit zu verlieren, haben wir allerdings nicht!

Insofern hat das Wahre in Schützenhöfers Aussage für mich eine viel größere Dimension: Wir können mit allem Geld der Welt keinen neuen Planeten kaufen. Und es wird keine sinnvolle Arbeit für unsere Urenkel geben, wenn wir nicht JETZT SOFORT aufhören, ihre Lebensgrundlagen zu zerstören. Das gilt hier und jetzt, in der Steiermark, dort wo wir Verantwortung tragen. Das bedeutet, dass die Arbeitsplätze der Zukunft, dem Schutz unsrerer Lebensgrundlagen und unserer grundlegenden Bedürfnisse als Menschen dienen müssen. Das bedeutet, dass wir – auch MIT Impfung – einfach nicht so weiter machen können wie vorher!

Wir müssen endlich begreifen, dass nicht nur die Arbeit, sondern die Existenz von Millionen und Milliarden Menschen und anderen Lebewesen auf dem Spiel steht. Wir müssen den Kampf gegen die Klimakrise endlich auch als humanitäre Verpflichtung anerkennen und danach handeln. Wir müssen alte Denkmuster endlich begraben und alles tun, um das Ende des zerstörerischen Systems zum Anfang für ein lebenswertes und zukunftsfähiges zu machen.

Ein Jahr wie noch nie und der große Auftrag, für Lösungen zu kämpfen

Heute vor einem Jahr war wirklich ALLES anders. Um diese Uhrzeit wussten wir schon, dass nach einer großartigen EU Wahl und einem sensationellen Wiedereinzug in den Nationalrat auch in der Steiermark der größte bisherige Wahlerfolg gelungen war. Große Aufbruchsstimmung und Freude, riesige Motivation, in doppelter Stärke für Klimaschutz und eine lebenswerte Gestaltung unserer Zukunft in der Steiermark weiterzukämpfen. Die Fotos von damals wirken wie aus einer völlig anderen Zeit, Umarmungen, Freudentränen, Tanzen, 100de Leute eng beieinander…und eine Energie, die uns alle verbunden hat. Dann kam Corona – und nach einer sehr kurzen Zeit, wo manche glaubten, es wäre schnell alles wieder beim Alten, kam auch die Klarheit, dass eine echte Krise unser Leben in all seinen Facetten komplett verändert, radikal, schnell und in gewisser Weise unerbittlich. Man spürt, dass es nur gemeinsam gelingen kann, diese Krise zu überwinden – auch wenn diese Gemeinsamkeit leider mit zunehmender Dauer immer mehr Risse zu bekommen scheint. Doch meine Überzeugung, dass es unser Auftrag in der Politik, in der Gesellschaft und in unserem privaten Umfeld ist, gemeinsam zu Lösungen der wirklich größten Krise unserer Zeit beizutragen, ist dadurch nur noch stärker geworden. Um diese Krise zu überwinden, braucht es mehr als nur eine Impfung. Dafür braucht es die Energie und das Engagement von Menschen, die an eine Veränderung glauben. Die überzeugt sind, dass wir eine krisensichere, klimaschonende Wirtschaft schaffen können, dass wir die nötige Umsteuerung sozial gerecht gestalten können, dass es eine gute Zukunft für alle Menschen in diesem Land geben kann. Dafür braucht es Grüne Politik auf allen Ebenen – von der EU bis in den letzten Winkel der kleinsten steirischen Gemeinden. Dafür braucht es uns alle! Fast alle unserer Initiativen, vor allem alle im Klimaschutz, aber auch im Pflege- und Sozialbereich wurden bisher wieder von der Landesregierung abgelehnt oder nicht behandelt. Doch Politik ist nun mal das Bohren harter Bretter und genau das werden wir auch weiterhin tun! Denn dafür haben wir vor genau einem Jahr, den klaren Auftrag bekommen. Danke!

Verantwortung übernehmen

Die gestrige Entscheidung der Bundesregierung, erneut mit sehr einschneidenden Maßnahmen gegen eine ungebremste Ausbreitung der Pandemie mit allen ihren Folgen vorzugehen, ist genauso notwendig, wie sie nachvollziehbarer Weise für viele Menschen belastend ist. Aber es geht eben um eine Abwägung: Alles, was uns lieb und teuer ist – „das Gesundheitssytem“, „unsere Freiheit“, „die Wirtschaft“, „die Kultur“, „das Schulsystem“…. hängt letztlich davon ab, dass wir ein gesundes, selbstbestimmtes Leben führen, unserer Arbeit nachgehen und mit anderen Menschen in Kontakt treten können. All das wäre durch eine nicht mehr eingrenzbare Ausbreitung dieses Virus in Gefahr – und zwar weitaus dauerhafter und viel massiver als durch die jetzigen Einschränkungen.

Es geht also nicht „nur“ um unser Gesundheitssytem, sondern um unser gesamtes gesellschaftliches Gefüge. Denn letztlich wären sämtliche Bereiche unseres Lebens betroffen, wenn Menschen nicht mehr die notwendige medizinische Versorgung bekommen können. Wenn ÄrztInnen und Pflegende entscheiden müssen, wer behandelt werden kann und wer nicht mehr. Wenn die Sicherheit verloren geht, dass jedem Menschen geholfen wird, der Hilfe braucht. Das gilt es zu verhindern. Denn das ist nicht mehr nur eine Frage des Gesundheitssystems. Das ist eine Frage des Menschseins und der Menschenwürde.

Um sie zu wahren, brauchen wir Menschen, die in der Politik Verantwortung übernehmen. Auch für Entscheidungen, die unangenehm sind und angegriffen werden, für Fehler, die unweigerlich passieren, dafür, dass man zum jetzigen Zeitpunkt so handeln muss, wie es aktuelle Fakten und Prognosen erfordern – auch auf die Gefahr hin, dass man im Nachhinein möglicherweise eines Besseren belehrt werden könnte. Dafür braucht es aber auch jeden einzelnen Menschen, der Verantwortung übernimmt. Verantwortung für etwas, was in der Zukunft liegt, was möglicherweise nie eintreten wird, was wir aber alle gemeinsam jedenfalls nur verhindern können, wenn wir jetzt geschlossen und solidarisch handeln. Und das ist im Übrigen die für mich deutlichste Verbindung der Krisen unserer Zeit, der Klima – und Umweltkrise und der Coronakrise: Wir müssen jetzt etwas tun, obwohl wir die Auswirkungen unseres Handelns oder nicht Handelns erst im Nachhinein sehen können – wenn auch in sehr unterschiedlichen Zeitdimensionen. In der ersten Welle hat es in Österreich funktioniert. Wir hatten im Gegensatz zu vielen anderen nie die dramatische Situation, Menschenleben gegeneinander abwägen zu müssen. Auch wenn das folgende „Präventivparadoxon“ möglicherweise mit ein Grund dafür war, dass viele im Sommer dachten: „Es ist eh vorbei!“ Aber so ist das nun mal: Vorsorge und vorausschauende Verantwortung führen im besten Fall eben dazu, dass es nicht so schlimm kommt, wie es kommen hätte können. Genau dort müssen wir wieder hin. Wenn am Schluss dann ein paar übrig bleiben, die meinen, es wäre alles übertrieben gewesen, dann werden wir das gut aushalten können. Diese Krisen stellt vieles in Frage: unsere Unverwundbarkeit, unsere Gewohnheiten, unseren Lebensstil, unsere Werte, unseren Umgang mit Wissenschaft, unseren Umgang mit Fehlern, unsere Solidarität. Sie ist definitiv eine riesige Herausforderung und sie wird es aufgrund der immensen sozialen und wirtschaftlichen Folgen auch noch lange bleiben. Sie zwingt uns, Verantwortung weit über unsere ganz persönlichen Interessen hinaus zu übernehmen. Das ist mühsam, das ist anstrengend, das können sicher auch nicht alle, im selben Ausmaß leisten. PolitikerInnen aller Fraktionen sind aber jedenfalls aufgerufen, darin Vorbilder zu sein. Denn genau damit können wir jetzt Leben retten und Perspektiven für die Überwindung dieser (und auch anderer) Krise(n) aufzeigen!

Krise, Klima und Kritik

Ich habe gestern einen Beitrag auf Facebook mit folgender Grafik veröffentlicht:

 

95141626_262054361863373_6782880252428288000_oIch freue mich über die vielen Reaktionen zu diesem Beitrag und habe durchaus erwartet, dass dazu auch Kritik kommen wird.

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Ein Bild aus gar nicht allzu ferner Vergangenheit…ich freu mich schon wieder sehr auf echte Diskussionen!

Ich liebe Diskussionen und setze mich gerne mit Menschen auseinander, die andere Meinungen vertreten als ich. Denn mit Gleichgesinnten zu diskutieren, ist zwar schön, um die eigene Meinung bestätigt zu bekommen, verändert aber auf die Dauer nicht viel….

Da ich allerdings in der Fülle der Kommentare nicht alles nachvollziehen und auch nicht auf alles im Einzelnen reagieren kann und will, habe ich versucht, ein paar Themen aus den Diskussionen zu clustern und auf Basis meines Wissensstandes ein paar Antworten bzw. Haltungen von meiner Seite darzustellen. Wobei ich vorab noch einmal betonen möchte, dass ich keine Wissenschafterin bin, auch nicht den Anspruch habe, eine zu sein, mir dessen aber auch bewusst bin und dennoch alles versuche, um mir als Grüne Politikerin (hier in der Steiermark in der Opposition), Physiotherapeutin und Mutter von drei Kindern, einen möglichst umfassenden Überblick zu verschaffen und diverse Maßnahmen zu bewerten.

@Studien: Es wurde in einem Kommentar die aktuelle Stanfordstudie erwähnt, die das Risiko von Corona geringer einstuft als andere. Dazu gibt es allerdings schon wieder wissenschaftliche Gegenmeinungen. (Link) Ein Problem ist meiner Meinung nach, dass es im Moment unglaublich viele, teils sich diametral widersprechende Studien gibt, dass immer wieder spezielle Teilaspekte veröffentlicht werden, es aber einfach noch in vielen Bereichen kein schlüssiges Gesamtbild gibt. Eine Situation, die zugegebenermaßen auch für mich schwer zu ertragen, aber nun mal eine Tatsache ist. Meines Erachtens bringt es daher so gut wie gar nichts, wenn sich (noch dazu oftmals Laien Virologen) Studien um die Ohren werfen. Das sollten die ExpertInnen auf sachliche Art und Weise tun und damit einen Beitrag leisten, möglichst schnell zu wirklich klaren Ergebnissen und Einschätzungen zu kommen.

@Überforderung des Gesundheitssystems: Einige Kommentare klingen für mich so, als wäre es kein Argument für politische Entscheidungen, dass in Europäischen Nachbarländern durch die Coronakrise massive und dramatische Überforderungen der Gesundheitssysteme offensichtlich wurden und deswegen Menschen massenhaft nicht mehr adäquat behandelt werden konnten oder sogar starben. Das sehe ich definitiv anders! Alle politisch Tätigen, mit denen ich in den letzten Wochen und Monaten gesprochen habe, haben die Coronakrise zu Beginn eigenen Angaben nach unterschätzt (und zwar völlig unabhängig von ihrer Parteizugehörigkeit). Ich bin daher nach wie vor absolut dankbar, dass man dann in einem von allen Fraktionen unterstützen, sehr einschneidenden Maßnahmenpaket versucht hat, alles zu tun, um den Menschen in Österreich eine derartige Situation zu ersparen. Soweit ich das auf Basis der Informationen unserer Regierungsmitglieder beurteilen kann, wurde und wird unter Einbeziehung eines breiten ExpertInnenkreises jeweils nach bestem Wissen und Gewissen entschieden, wobei sich der Wissensstand, natürlich laufend weiterentwickelt. Was aus meiner Sicht auch begründete Hoffnung gibt, dass bei einer potentiellen „zweiten Welle“ schon weitaus differenziertere Maßnahmen getroffen werden können.

Ich habe im Übrigen in den letzten Wochen unzählige Videos , Links zu Studien, Statistiken, ..usw. erhalten. Nicht alles davon waren Verschwörungstheorien, dennoch war es mir schlichtweg unmöglich alles anzuschauen, geschweige denn richtig einzuordnen…. Da hätte ich nichts Anderes mehr tun können und ich war so schon jeden Tag mindestens 12 Stunden beschäftigt…

@Impfzwang: Eine konkrete Aussage von Kurz dazu kenne ich nicht. Sollte die Aussage in Verbindung mit der Reisefreiheit gemeint sein, so gehe ich zum jetzigen Zeitpunkt davon aus, dass das sicher nicht Österreich und auch bestimmt nicht Kanzler Kurz alleine entscheiden wird. Da wir aber von einer Impfung im Moment ohnehin noch weit entfernt sind (zumindest die Mehrheit der ExpertInnen, die ich gehört habe, sprechen davon, dass es bei allerbesten Bedingungen mindestens noch bis Anfang des nächsten Jahres dauern würde), halte ich Spekulationen darüber im Moment nicht für sinnvoll.

Was für mich im Moment zählt, ist wie gesagt die klare Aussage von Rudi Anschober, nachzuhören im „Klartext“ von letztem Mittwoch auf 7 Tage Ö1, am Ende der Sendung (https://oe1.orf.at/player/20200429/595905). Stichworte: Bewusstseinsbildung, Hygiene – und Präventionsmaßnahmen, Informations – und Aufklärungskampagnen,…. Diese Haltung teile ich und halte ich für weitaus produktiver als einen wie auch immer gearteten „Grünen Aufschrei“.

@Transparenz: In derselben „Klartext“ Sendung, bestätigt sogar Rendi-Wagner, dass der Kreis der ExpertInnen, die die Regierung beraten, transparent einsehbar ist. Ich denke nicht, dass sie einen Grund hätte, das zu tun, wenn es nicht so wäre. So gesehen, führt sich die immer wieder auftauchende Kritik an der „Intransparenz des Beraterkreises“ ad absurdum.

@Diskurs auf Augenhöhe: Wer mich persönlich kennt, wird hoffentlich bestätigen können, dass ich Menschen prinzipiell auf Augenhöhe begegne. Das bedeutet auch, dass ich mir nicht anmaße, jede einzelne wissenschaftliche Studie, Einzelaussage oder Behauptung zu kennen, geschweige denn im Detail beurteilen zu können. Wenn das andere Menschen einfach so tun, sich damit also ein Stück im Besitz der Wahrheit wähnen, habe ich dann oft eher das Gefühl, dass sie mir nicht ganz auf Augenhöhe begegnen.

@“Angstmacherei“: auch dazu kann ich empfehlen die schon mehrmals erwähnte „Kontext“ Sendung nachzuhören. (Rendi – Wagner: nimmt dem Gesundheitsminister ab, dass er keine Politik der Angst betreibt). Und das bitte auch nicht falsch verstehen: Für mich ist das Urteil von Rendi – Wagner natürlich nicht das Maß aller Dinge, aber wie schon oben erwähnt, bestärkt sie damit als Oppositionspolitikerin meine Wahrnehmungen. Denn aus meiner Sicht haben die Aussagen der Grünen Regierungsmitglieder zwar jedenfalls klar formuliert, was droht, wenn nicht entsprechend gegengesteuert wird, waren aber keinesfalls von übertriebener Angst oder gar Panikmache geprägt. (Wobei derartige Wahrnehmungen natürlich auch immer sehr subjektiv sind.)

Die in diesem Zusammenhang immer wieder zitierte Aussage von Bundeskanzler Kurz unterliegt jedenfalls ganz sicher nicht einer Grünen Einflussnahme. Abgesehen davon, dass man über die Redlichkeit solcher Aussagen sicher prinzipiell streiten kann, denke ich, dass man damit primär den Kanzler selbst (bzw. seine ParteikollegInnen) konfrontieren sollte.

Ich bin jetzt sicher nicht auf alle Details Eurer Kritik oder Fragen eingegangen, aber ich habe mich bemüht zumindest die wichtigsten und häufigsten Punkte herauszufiltern. Mehr ist auch ehrlich gesagt auf diese Weise nicht möglich.

Aber, um das Stichwort Klima noch anzubringen: Ein kritisches und wertschätzendes Gesprächsklima braucht meines Erachtens ohnehin mehr, als virtuelle Diskussionen (oft sind es ja auch eher Schlagabtäusche) in diversen Sozialen Medien. Sie können echte Gespräche und Diskussionen, wo man sich ins Gesicht sieht, den anderen wahrnimmt und seine Haltung nicht nur durch geschriebene Worte zum Ausdruck kommt, einfach nicht ersetzen. Insofern braucht es für ein gutes zwischenmenschliches Klima gerade bei kontroversen Themen auch wieder genau das, was ich in meinem ursprünglichen Beitrag schon formuliert habe: solidarisches, vernunftgesteuertes und achtsames Verhalten als oberstes Prinzip – in der Politik genauso wie im täglichen Leben! Insofern freue ich mich schon sehr darauf, mit manchen von Euch, bald wieder direkt sprechen und diskutieren zu können.

Vom Reden zum Tun – eine bessere Realität braucht viele gute Beispiele

IMG_20200421_140649_resized_20200421_020708589In den letzten Wochen haben unzählige Menschen und Initiativen begonnen, sich in Problemfeldern zu engagieren, die durch die Coronakrise noch stärker zum Vorschein gekommen sind, als bisher. Immer mehr Menschen konnten sich durch die Krise zum Beispiel einfach keine Lebensmittel mehr leisten. Für mich war und ist es daher enorm wichtig, hier auch in Zusammenarbeit mit Hilfsorganisationen und nachhaltig wirtschaftenden Betrieben, akut Hilfe zu leisten.

Gerade in den letzten Tagen bei teilweise über 25 Grad mitten im April und einer anhaltenden Trockenheit ist für viele Menschen wieder deutlich sichtbar und spürbar geworden, dass auch unsere Lebensgrundlagen (und damit die Basis für den Wohlstand aller Menschen) akut bedroht sind. Ich habe mich daher entschlossen, die kommenden Tage einem wichtigen Projekt des Naturschutzbundes zu widmen, das ich durch eine eigene Aktion unterstützen möchte.

Bei zahlreichen Spaziergängen in den letzten Wochen ist mir vor allem auch die unglaubliche Schönheit und Vielfalt unserer Pflanzen- und Tierwelt wieder einmal besonders bewusst geworden. Ich habe begonnen, Blüten zu fotografieren. Bei manchen wusste ich, wie sie heißen. Bei anderen nicht. Ich habe begonnen, mich über die Bezeichnung der Pflanzen, die mögliche Verwendung und ihren Stellenwert im Rahmen der Artenvielfalt zu erkundigen. Die Faszination der Artenvielfalt, der Abhängigkeit verschiedener Arten voneinander, dieses unglaublich ausgeklügelte System, wie alles miteinander zusammenhängt und in Summe die Basis für unser Leben darstellt, haben mich wieder einmal voll in ihren Bann gezogen. Gleichzeitig wurde mir – mit zunehmender Trockenheit – die Verletzlichkeit dieses Systems und damit die eigene Verletzlichkeit immer deutlicher gemacht. Denn wir sind einfach ein Teil der Natur.

Daraus ist nun die Idee entstanden, ein „Blütenquiz“ zu machen. Andere dazu zu ermuntern, sich einerseits ein wenig mit der Vielfalt unserer Pflanzenwelt zu beschäftigen und andererseits Naturschutz zu stärken:

Ich werde in den nächsten fünf Tagen auf Facebook und Instagram mehrere Blüten aus meiner Fotoserie veröffentlichen. Ihr könnte dann Tipps abgeben, wie die Pflanzen heißen und für die ersten 20 Tipps lege ich jeweils 5 € in einen Spendentopf, der in Naturpatenschaften beim Naturschutzbund fließen soll. Am Ende der Aktion werden die fünf Naturpatenschaften im Wert von jeweils 100 € unter den Leuten verlost, die Tipps abgegeben haben. Am Ende jedes Tages gibt es natürlich auch die Auflösung des Blütenquiz!

Genauere Infos zum Projekt „Naturpatenschaften“ erhaltet Ihr unter:

https://www.naturschutzbundsteiermark.at/naturpatenschaft.html

Ich freu mich auf Eure Unterstützung und natürlich würde ich mich sehr freuen, wenn viele von Euch die Idee der Naturpatenschaften im eigenen Umfeld weiterverbreiten und bewerben würden!

 

 

 

Tiertransporte stoppen jetzt!

IMG_20200329_160446Mein Kollege und Tierschutzsprecher LTAbg. Georg Schwarzl hat sich diese Woche gemeinsam mit vielen anderen für eine Aktion gegen Tierqual stark gemacht, der ich mich anschließen möchte.

In meiner gestrigen Videobotschaft zur aktuellen Koronakirse habe ich bereits festgestellt, dass sich viele Probleme, die wir davor schon hatten, im Moment deutlich zuspitzen. Das gilt auch für Tierqual durch unsägliche Tiertransporte quer durch Europa bis nach Afrika und Asien. Der Zustand ist schon in „Normalzeiten“ untragbar. Georg hat es gestern so beschrieben:

„Millionen von Tieren werden jedes Jahr quer durch Europa transportiert – über 70% der Tiertransporte gehen sogar über die Grenzen der EU hinaus. Die Tiere werden in überfüllte LKWs gepfercht und tagelang unter furchtbaren Bedingungen quer durch Europa, nach Afrika oder in den Nahen Osten transportiert.“

In der jetzigen Lage bedeutet das für die Tiere in den Transportern, dass sie oftmals auch noch stunden – oder tagelang an geschlossenen bzw. stark kontrollierten Grenzübergängen unter grauenvollen Bedingungen auf engstem Raum dahinsiechen müssen. Die Perversität von Lebendtiertransporten, gegen die wir auf allen politischen Ebenen seit vielen Jahren kämpfen, erreicht somit durch die aktuelle Krise ebenfalls gerade einen Höhepunkt. Doch gerade jetzt besteht darin – so traurig das ist – auch eine gewisse Chance. Ich habe das in den vergangenen Tagen immer wieder als die Chance auf eine Art kollektives Lernen aus der Krise bezeichnet.

Wir sehen jetzt auf einmal auf drastische und sicher nicht wünschenswerte Weise, dass vieles, was wir bis jetzt für selbstverständlich und unverrückbar gehalten haben, plötzlich ins Wanken gerät oder sich in kürzester Zeit völlig verändert hat.

Diese Erkenntnis können wir jetzt und künftig für Zustände nutzen, die wir auch nach der Bewältigung der Krise nicht mehr so haben wollen wie vorher. Wir können sozusagen ein neues „Normal“ gestalten. Und wir können und müssen jetzt damit beginnen. Die Tiertransporte sind nur ein Beispiel dafür. Und es hätte neben dem Ende dieser unerträglichen Tierqual noch viele andere positive Auswirkungen auch CO2 Bilanz, Reduktion von Verkehrsaufkommen, heimische Produkton,…usw.

Auch unter Menschen, dies sehr gerne Fleisch oder tierische Produkte essen, kenne ich niemanden, der sagen würde: „Ja, wir brauchen Fleisch (oder Milch) von Tieren, die zuvor auf tierquälerische art und Weise quer durch Europa gekarrt wurden!“ Wer will das also noch? Wer kann das noch rechtfertigen, was da vor unseren Augen passiert?

Wenn ihr zu denjenigen gehört, denen da keine vernünftige Antwort einfällt und das Tierschutzvolksbegehren noch nicht unterschrieben habt, dann tut es jetzt. Beteiligt Euch an der Schilderaktion auf Facebook und Instagram, esst weniger tierische Produkte und wenn in besserer (Bio) Qualität, diskutiert mit Eurer Familie und Freunden über das Thema (nicht belehrend, sondern einfach fragend), oder macht, was immer Euch sonst noch einfällt, um die Situation zu verbessern….

Und wer tatsächlich mit dem Thema Tiertransporte wenig anfangen kann (obwohl es mit so vielen anderen Problemen und Widrigkeiten zusammenhängt), kann sich in unzähligen anderen Betätigungsfeldern austoben. Es gibt zurzeit definitiv mehr als genug zu tun – ein Beispiel habe auch in meiner gestrigen Videobotschaft genannt. Also: Gehen wir es gemeinsam an!

Tierschutzvolksbegehren unterschreiben 📝    #unserbegehren #tierschutz

 

 

Es geht nicht um Stimmen, es geht um Menschen – weil wir nur gemeinsam eine gute Zukunft machen können!

 

7cvAHS3K.jpeg.jpgUnd das soll bitte nicht falsch verstanden werden. Auch ich habe in den letzten Wochen sehr oft gesagt, dass wir bis zum Schluss um jede Stimme laufen werden, damit wir Klimaschutz in den nächsten 5 Jahren auch in der Steiermark zum Durchbruch verhelfen können – weil das einfach die größte soziale Verantwortung und wirtschaftliche Herausforderung unserer Zeit ist, wenn wir auch künftigen Generationen eine lebenswerte Zukunft ermöglichen wollen.

Aber eigentlich geht es dabei eben nicht nur um Stimmen. Wir brauchen die Menschen, die hinter diesen Stimmen stehen. Und das gilt ab dem ersten Tag nach der Wahl umso mehr. Ich hatte in meinem ersten Wahlkampf als Spitzenkandidatin der steirischen Grünen so viele unglaublich schöne und stärkende Begegnungen, habe so viel Zuspruch erlebt, so viel Engagement und Hoffnung auf positive Veränderung, dass ich letztlich in den doch sehr anstrengenden Wahlkampfwochen mehr Energie bekommen als verbraucht habe. Der Einsatz hat sich jedenfalls gelohnt, das kann ich heute schon sagen. Jede dieser Begegnungen war es wert! Am bewegendsten war dabei für mich der Moment, als mich eine dreizehnjährige Schülerin von Friays for Future fragte: “Was müssen wir denn noch tun, damit die Politiker endlich handeln?“ Ich habe geantwortet, dass es Hartnäckigkeit und viele Verbündete braucht und versuchte ihr zu erklären, dass es eben noch mehr Politikerinnen und Politiker braucht, die auch wirklich handeln wollen. Sie war dann auch gar nicht so enttäuscht, dass sie selber noch nicht wählen darf, sondern meinte lächelnd: „ Ja meine Eltern hab ich eh schon überzeugt, dass sie Grün wählen….und meine Oma auch bald..“

Ja, und solche Omas und Opas habe ich auch immer wieder getroffen, in den letzten Tagen. Ältere Menschen, die mich angesprochen und erzählt haben, dass sie für ihre Kinder und Enkelkinder diesmal erstmals Grün wählen werden. Menschen aller Altersstufen, die selber einfach spüren, dass wir etwas verändern müssen, wenn es gut bleiben soll.

Jetzt kommt mit dem tatsächlichen Wahlergebnis die Stunde der Wahrheit. Wir werden sehen, ob die Menschen in der Steiermark uns so stärken, dass wir in den nächsten fünf Jahren mehr für eine lebenswerte und gerechte Zukunft in der Steiermark tun können. Denn nur, wenn wir eine klare Stärkung erfahren, werden die anderen Parteien unsere Vorschläge und Ideen in Zukunft ernster nehmen als bisher. In den letzten fünf Jahren wurden so gut wie alle unsere Anträge im Klimaschutz, Umweltschutz, Tierschutz, Sozialbereich, Bildung,…..usw. niedergestimmt. Alleine im Klima – und Umweltbereich rund 140 Initiativen! So darf es einfach nicht weitergehen. Wir müssen es schaffen, den bisherigen Stillstand im Klimaschutz aufzubrechen und dafür brauchen wir die Menschen in der Steiermark.

Denn eines weiß ich auch jetzt schon ganz sicher. Es braucht dieses Engagement, diesen Willen, ein gutes Leben für all unsere Kinder zu gestalten, die Hartnäckigkeit und Unverdrossenheit gegenüber der Ignoranz der bisher verantwortlichen Politik und die Zuversicht, etwas daran ändern zu können, es braucht die Begeisterung und das Hirnschmalz von ganz vielen Menschen. Bei der Wahl brauchen wir Eure Stimme, doch wir brauchen Euch erst recht ab dem Tag danach. Denn wie immer es ausgeht: Wir können diese riesige Herausforderung nur gemeinsam stemmen. Dafür braucht es Menschen, die handeln wollen und nicht nur darüber reden! Machen wir Zukunft und machen wir gemeinsam eine gute Zukunft!

 

 

 

 

 

 

Jeder Tag zählt – jede Stimme zählt – jede(r) von Euch zählt!

00225Heute hat sich der erweiterte Bundesvorstand der Grünen einstimmig für Koalitionsverhandlungen mit der ÖVP ausgesprochen. Für mich bedeutet das einen nächsten Schritt zur Stärkung von genau jenem konstruktiven und auch optimistischen Zugang, den es brauchen wird, um der größten Herausforderung unserer Zeit – der Klimakrise – mit aller Kraft entgegen zu treten. Der Ausgang ist natürlich offen, aber die einstimmig ausgesprochene Bereitschaft, zu verhandeln, zeugt jedenfalls von großer Ernsthaftigkeit.

Und das ist auch bitter notwendig – denn mittlerweile zählt jeder Tag. Und es vergeht auch kein Tag, an dem nicht WissenschaftlerInnen aus aller Welt die Folgen des Nicht Handelns aufzeigen. Erst gestern sprach eine Gruppe von 11 000 Wissenschaftlern von „unsäglichem menschlichen Leid, das der Menschheit droht, wenn es nicht gelingt, die Klimakrise einzudämmen“. https://kurier.at/chronik/welt/klimakrise-forscher-wollen-unsaegliches-menschliches-leid-noch-verhindern/400666079

Heute in zwei Wochen werden wir wissen, wie die Landtagswahl in der Steiermark ausgegangen ist. Und bis dahin werde ich mit meinem großartigen Team jeden Tag um jede Stimme für den Klimaschutz und eine gute Zukunft für unsere Kinder kämpfen. Denn auch in der Steiermark kann unglaublich viel umgesetzt werden – und zwar sofort! Wir haben dazu 41 ganz konkrete Forderungen in unserem Klimarettungspaket gebündelt. Denn wir wollen endlich Zukunft machen, und zwar eine gute Zukunft! Und nicht in der fossilen Vergangenheit hängen bleiben, bis es zu spät ist.

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Ich möchte allen, die mit mir gemeinsam unterwegs sind, den vielen, die uns jetzt ehrenamtlich unterstützen, all den Menschen, die mich in den letzten Tagen und Wochen angesprochen und bestärkt haben, schon heute für diese unglaubliche Welle der Motivation und des Engagements danken. Ich war die ganze Woche von früh bis spät in verschiedenen Teilen der Steiermark unterwegs, auch gestern wieder. Und gleichzeitig mit mir waren unzählige Grüne GemeinderätInnen, MitarbeiterInnen, AktivistInnen und freiwillige HelferInnen auf der Straße und haben dafür geworben, die Grünen auch in der Steiermark bei der Landtagswahl deutlich zu stärken.

Denn genau darum wird es gehen: Um eine deutliche Stärkung!

Bei meiner Diskussion mit den jungen Menschen von „Fridays for future“ diesen Freitag hat mich in der Abschlussrunde eine der jungen Schülerinnen gefragt: „Was müssen wir tun, damit die Politik endlich handelt?“

Meine Antwort ist auch sowas wie mein persönliches Motto:“ Hartnäckig bleiben! Nicht entmutigen lassen und noch mehr Verbündete suchen!“

In der Politik bedeutet jede Stimme nicht nur eine(n) „Verbündete(n)“ mehr, sondern auch einen Auftrag, ein Stück Verantwortung mehr!

Aber für mich gibt es keine Alternative: Ich kämpfe um Verbündete für eine Zukunft, in der wir gute und gesunde Lebensgrundlagen, eine nachhaltige Wirtschaft und ein friedliches, gerechtes Miteinander haben. Je mehr Menschen, sich bei der nächsten Wahl für Grün entscheiden, desto stärker können wir uns dafür einsetzen, desto mehr können wir bewirken. Es war noch nie so motivierend wie jetzt. Es war noch nie so voller Kraft und Hoffnung wie jetzt! Es gibt einfach keine Zeit mehr zu verlieren: Es zählt jeder Tag – jede Stimme – jede(r) von Euch!