Never ending Plastiksackerl?

 

Auf http://www.keinheimfuerplastik.at/ habe ich schon in den letzten Jahren immer wieder Beiträge zu Plastiksackerlverboten usw. geschrieben ( z.B.: http://www.keinheimfuerplastik.at/was-tun-mit-der-verbotserlaubnis/ )

Nun kommt zum Glück endlich immer mehr Bewegung in die Sache. Dank einer entsprechenden EU-Richtlinie wird jetzt auch in Österreich zumindest schon mal nach freiwilligen Verbündeten zur Reduktion von Plastiksacklern gesucht. Allerdings kann ich nach nunmehr fast 6 Jahren Übung im plastikfreien Einkaufen sagen, dass es diesbezüglich auch jetzt schon wirklich bewundernswerte VorreiterInnen gibt.

Viele davon habe ich in meinem Buch „Plastikfreie Zone“ schon vorgestellt und erfreulicherweise kommen laufend neue dazu. Nach Ostern wird zum Beispiel „Das Gramm“ in Graz eröffnen, ein Lebensmittel – und Haushaltsartikelladen, in dem man gänzlich „einwegverpackungsfrei“ einkaufen kann. Aber auch in anderen Branchen gibt es besonders erfreuliche Vorbilder. In der Salvator Apotheke in der Grazer Wickenburggasse entdeckte ich unlängst folgenden Hinweis neben der Kasse:

20160114_111635

„Weil wir mithelfen wollen, unsere Welt nicht weiter sinnlos mit Plastik zu überschwemmen!“

Ich konnte meine Begeisterung nicht verbergen und als ich dann auch noch fragte, ob ich ein Foto machen dürfe, kam es zu einem interessanten Gespräch mit der Apothekerin. Es gäbe zwar prinzipiell sehr viele KundInnen, die mit großem Verständnis auf die zukunftsweisende Regelung reagierten, aber vereinzelt auch immer wieder Leute, die sich darüber beschwerten. Und es wäre absolut sinnvoll, wenn es dazu endlich eine allgemein gültige Regelung gäbe, meinte sie. Ich glaube wir haben hier absolut keine Zeit mehr zu verlieren. Langsam aber sicher kommt niemand mehr umhin anzuerkennen, dass jegliche Art von Ressourcenverschwendung ein Schnitt ins eigene Fleisch ist! Langsam sickert es überall durch, dass das, was wir lange Zeit etwas distanziert „Umwelt“ genannt haben, unser eigener Lebensraum ist, unsere Lebensgrundlage, das, wovon auch unsere Kinder noch leben können sollten!

Es wäre eigentlich ganz klar Aufgabe der Politik, hier die zukunftsweisenden Schritte zu setzen, klare Vorgaben zu machen, Kostenwahrheit herzustellen, mutig voranzugehen…Der Leidensdruck ist wahrlich groß genug! Für die Erhaltung unserer Lebensräume und Ökosysteme, die Schonung unserer Ressourcen, die Eindämmung des Klimawandels, die Erhaltung unserer Gesundheit und einer lebenswerten Zukunft für unsere Kinder, spielt der Umgang mit dem „Verschwendungsmaterial Plastik“ wohl einen weitaus entscheidendere Rolle als so manch anderes, was im Laufe der letzten Jahre gesetzliche geregelt wurde – das scheint nun zumindest auch auf EU- Ebene langsam klar zu werden.

Lösungen werden teilweise schon sehr erfolgreich praktiziert. In Dänemark, wo Plastiksackerl mit Steuern belegt sind, ist der Verbrauch z.B. auf 4 Stück pro Person und Jahr zurückgegangen. Die Einschränkung der vielgerühmten „Freiheit des Einzelnen“ ist in diesem Zusammenhang ein Klacks im Vergleich zum nicht wieder gut zu machenden Schaden, den diese angebliche „Freiheit“ für uns alle bedeutet.Wir brauchen endlich PolitikerInnen, die sich trauen, Wirtschaft in die richtige Richtung zu lenken. Und dazu gehört nun mal mindestens eine ausgiebige Besteuerung von Produkten, deren ungezügelte Verwendung sich längst als großer Schaden für die Allgemeinheit erwiesen hat.

Vor 2 Wochen haben auch wir dazu wieder einmal einen Antrag in den Umweltausschuss des steirischen Landtags eingebracht. Die Landesregierung muss nun innerhalb von 2 Monaten dazu eine Stellungnahme abgeben. Ich bin schon sehr gespannt darauf und werde, sobald die Stellungnahme da ist, natürlich auch hier wieder darüber berichten! Inzwischen gilt nach wie vor das Motto: Jeder kleine Schritt zählt – also lasst die (Plastik)Sackerln in den Geschäften!!! Alle, die noch kein Stoffsackerl oder sonstige Alternativen besitzen, bekommen jederzeit eines von mir geschenkt!!!!

 

Advertisements

4 Gedanken zu „Never ending Plastiksackerl?

  1. Ich freue mich über die kleinen Schritten. Wenn viele kleine Schritte gemacht werden bringt das mehr ins rollen als wir uns derzeit vorstellen können.

    Aber zuletzt habe ich an der Tankstelle ein Schild gesehen, da stand dass nun keine Plastiktüten mehr verkauft werden, der Umwelt zuliebe. Stattdessen konnte man so Mehrwegbeutel kaufen. Die waren irrsinnigerweise aber auch aus Plastik. Da packt man sich echt an den Kopf. Da war auch nix recycelt oder so. Da hat die Erdölindustrie gedacht. Ach komm, machen wir mal dickere Plastiktüten und schreiben „umweltfreundlich“ drauf, merkt keiner.

    Aber vielleicht hebt sich ja Plastik irgendwann gegenseitig auf .. Plastik+Plastik=Kein Plastik
    Hach wäre das schön..

    Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s