Worüber in Wahlkampfzeiten gerne geschwiegen wird oder die größte Sicherheitskrise unserer Zeit Teil 2

Ich möchte heute mal etwas tun, was in der Politik in letzter Zeit (speziell in Wahlkampfzeiten) ja sehr beliebt ist – ich fordere eine radikal – konsequente Verschärfung unserer Sicherheitspolitik! Das erfordert allerdings auch, darüber zu reden, was unsere Sicherheit am meisten bedroht. Die LeserInnen meines letzten Blogbeitrags, wissen schon, was nun kommen wird.

Dass weder SPÖVP, noch FPÖ, das Thema Klimakrise gerne aktiv ansprechen, geschweige denn konkrete Schritte zur Verbesserung der Situation präsentieren, mag wohl daran liegen, dass sie politisch genau die prekäre Lage erzeugt und zu verantworten haben, in der wir uns aktuell in Sachen Klimakrise befinden. Dass aber auch diverse Kleinparteien und Listen inklusive angeblich radikal – pragmatischer Linkspopulisten quasi nichts dazu zu sagen haben, und sich lieber gegenseitig mit Ideen zur eher weniger realistische Schließung von Fluchtrouten übertrumpfen, zeigt dramatisch, dass es allen daran Beteiligten wohl viel weniger um unsere Sicherheit als um kurzfristige Stimmenmaximierung geht.

Zwei Zeitungsartikel dieser Woche haben mir ein wenig Hoffnung gegeben, dass über das am liebsten verschwiegene Thema dieses Wahlkampfs doch noch gesprochen wird…

Immerhin gibt es scheinbar doch noch ein paar Journalisten, denen das offenbar auffällt und die auch darüber schreiben. Insofern haben mich die Artikel von Günter Pilch (Kleine Zeitung) und Eric Frey (Standard) diese Woche ein wenig hoffnungsvoll gestimmt.

In den Kommentaren zu meinem letzten Blogbeitrag, schrieb ein Leser, dass er den Klimawandel für ein „Luxusproblem der westlichen Welt“ hält. Genau das Gegenteil ist meiner Meinung nach der Fall! Denn ungerechterweise sind die Auswirkungen der Klimakrise nicht dort am härtesten, wo sie hauptsächlich verursacht wird, sondern dort, wo die Menschen selbst aufgrund ihres Lebensstils noch relativ wenig zum Aufheizen des Klimas beigetragen haben.

Dort sind Sicherheit (im Sinne von Gesundheit, Ernährungssicherheit, Klimakatastrophen…) und Frieden schon jetzt massiv in Gefahr bzw. schon nicht mehr vorhanden! Bei uns brachten die (vergleichsweise noch harmlosen) wetterbedingten Katastrophen dieses Jahres, zwar Diskussionen über die notwendige Aufstockung von Katastrophenfonds und dergleichen, aber dass man den Verlust an Lebensqualität und Lebensräumen, die Gefahr für unser und das Leben unserer Kinder und unser friedliches Zusammenleben in Österreich und Europa niemals bezahlen und sowieso nie mit Geld aufwiegen kann, wurde tunlichst nicht erwähnt!

Dass wir unser Wirtschaftssystem, unser Steuersystem, unseren Lebensstil und vieles mehr radikal und konsequent verändern müssen, um auf diesem Planeten (wir haben bis jetzt immer noch nur diesen einen!) weiterhin (über)leben zu können, könnte ja jemand kurz vor Wahlen in die falsche Kehle bekommen….und obwohl es die meisten Leute ja instinktiv spüren, dass es „so nicht weitergehen kann“, halten sich die verantwortlichen PolitikerInnen der Regierungsparteien diesbezüglich nobel zurück bzw. leugnen wie im Falle der FPÖ teilweise sogar hartnäckig, dass Menschen etwas mit der Klimakrise zu tun hätten. Hauptsache dies Inszenierung stimmt!

Und mit jedem Tag der ungenutzt vergeht, steigt die Gefahr für unsere Sicherheit, für unsere Gesundheit, für ein friedliches Zusammenleben…

Letztes Mal habe ich in meinem Blogbeitrag eine Studie zitiert, in der die Klimakrise als die größte Gefahr für die menschliche Gesundheit festgehalten wird.

Heute möchte ich in Hinblick auf „unsere Sicherheit“ nur 4 Passagen eines Artikels hier wiedergeben, den ich letzte Woche als Vorbereitung für ein Gespräch mit Klimaswissenschaftern gelesen habe (Der Artikel ist recht lang, aber wer ihn ganz lesen will, findet ihn unter diesem Link): https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/der-planet-schlaegt-zurueck

Seit 1980 hat der Planet eine 50-fache Zunahme an Orten verzeichnet, die gefährlich oder extrem heiße Temperaturen verzeichnen, und die Zahl wird noch stärker zunehmen. In Europa traten die fünf wärmsten Sommer seit dem Jahr 1500 alle seit 2002 auf. Und schon bald, so warnt das IPCC, wird es in weiten Teilen des Erdballs ungesund sein, sich zu dieser Jahreszeit draußen aufzuhalten.

„Selbst wenn wir die Klimaziele von Paris mit einem Temperaturanstieg von zwei Grad einhalten, werden Städte wie Karatschi und Kalkutta fast unbewohnbar werden und in jedem Jahr tödliche Hitzewellen wie 2015 erleben. Bei vier Grad Erderwärmung wird die europäische Hitzewelle von 2003, der bis zu 2.000 Menschen an einem einzelnen Tag zum Opfer fielen, zur sommerlichen Normalität werden.“

„….. Jedes Grad Celsius Erderwämung kostet durchschnittlich 1,2 Prozent des Bruttoinlandsproduktes, …. mittlere Schätzung liegt bei einem weltweiten Einkommensverlust von 23 Prozent pro Kopf gegen Ende des Jahrhunderts. (Dieser Verlust resultiert aus Veränderungen in der Landwirtschaft, steigender Kriminalität, Stürmen, Energieknappheit und einer erhöhten Sterblichkeit.)

„Über die Hälfte des Kohlenstoffs, den die Menschheit in ihrer Geschichte in die Atmosphäre geblasen hat, wurde in den vergangenen drei Jahrzehnten ausgestoßen. 85 Prozent des gesamten Kohlenstoffausstoßes durch Menschen geschah in der Periode nach dem Zweiten Weltkrieg. Das bedeutet, dass die Erderwärmung uns binnen einer einzigen Generation an den Rand der Katastrophe geführt hat. Die Geschichte der Kamikaze-Mission der industrialisierten Welt ist die einer einzigen Lebensspanne.“

 

Ich bin vor etwas mehr als 2 Jahren nicht in die Politik gegangen, um mich am Wettkampf zu beteiligen „wer kann den Leuten am besten sagen, was sie hören wollen“, sondern um Überzeugungsarbeit und einen Beitrag zu leisten, die notwendigen Veränderungen so schnell wie möglich voran zu treiben.

Deshalb bin ich auch nach wie vor davon überzeugt, dass es in den nächsten Jahren ganz, ganz dringend (dringender als je zuvor eigentlich!) starke Grüne im Parlament und auf allen Ebenen (Landtagen, Gemeinderäten) geben muss. Deshalb kämpfe ich – allen internen Fehlern, Spaltungen und sonstigen Widrigkeiten zum Trotz – dafür, dass die Grünen gestärkt aus dieser Wahl hervorgehen. Ich habe keine andere Wahl – es zählt einfach jeder Tag!

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