Dem Klima ist Taktik egal – eine eindeutige Wahlempfehlung

_DSC3377Zugegeben: Inmitten medialer Konfrontations- und Duellhysterie, Personenkult, Analysewahn und sich selbst als Erneuerung inszenierenden langjährigen Regierungs – oder Oppositionsmitgliedern mit teilweise pathologisch – egomanischen Zügen ist mir in den letzten Wochen oft das Grauen gekommen. Seit dem Auffliegen der Schmutzkübelkampagne mit den dazugehörigen Erinnerungslücken der Verantwortlichen (die sich selbst aber selbstverständlich nicht so sehen) mutierten die ohnehin schon relativ inhaltsleeren Dauerdiskussionen dann zu einer schier unerträglichen Mischung an persönlicher Untergriffigkeit, Zynismus und schauspielerischer Höchstleistung. All das kann in Verbindung mit den „internen Fehlern“, die in den letzten Monaten bei den Grünen passiert sind, schon mal auf die Motivation schlagen.

Dass ich dennoch fast schon rund um die Uhr bei allen sich bietenden Gelegenheiten aus tiefster Überzeugung dafür geworben habe, dass es auch weiterhin eine starke Stimme für Umwelt, Klimaschutz, soziale Gerechtigkeit und nachhaltige Wirtschaft im österreichischen Parlament gibt, liegt daran, dass ich diese Stimme noch nie für so wichtig gehalten habe.

Gerade meine letzten Gespräche mit Klimawissenschaftern in Graz haben mich darin bestätigt, dass jeder Tag zählt, dass wir wahrscheinlich nur mehr ca. 2 Jahrzehnte Zeit haben, um das Ruder herumzureißen, um große Klimakatastrophen und riesige Fluchtbewegungen auch innerhalb Europas zu vermeiden, um die so viel strapazierte „Sicherheit“ zu wahren, um unseren Kindern eine lebenswerte Zukunft zu sichern – da können wir es uns einfach nicht leisten, weitere 5 Jahre zu verlieren. Wir können es uns nicht leisten, weiter ein auf Verschwendung und Ausbeutung bauendes Wirtschaftssystem zu forcieren, wir können es uns nicht leisten, noch mehr soziale Ungleichheit zu erzeugen und unsere eigenen Lebensräume und die vieler anderer Lebewesen zu zerstören.

Wir brauchen also dringend Veränderung – und zwar nicht in Form von Personen, die sich primär selbst als solche inszenieren! Es braucht Rahmenbedingungen, die einer umweltverträglichen, klimaschonenden Wirtschaft und Lebensweise Vorrang einräumen, Menschen nachhaltige Arbeitsplätze und eine sinnvolle Verteilung der Arbeit ermöglichen, sozialen Zusammenhalt, Menschlichkeit und Empathie fördern und unsere Lebensgrundlagen schützen.

Und ich wäre nicht bei den Grünen, wenn ich nicht davon überzeugt wäre, dass Grüne Ideen die größte positive Gestaltungskraft für all das haben. Diese Aspekte vertritt niemand sonst! In diesem Wahlkampf hat nicht einmal die Klimakrise, trotz der immer drängenderen Brisanz und Relevanz für ALLE sonstigen Bereiche des menschlichen (Zusammen)Lebens, bei keiner der anderen Parteien eine ernst zu nehmende Rolle gespielt – und so wird es auch in den nächsten 5 Jahren bleiben, wenn die Grünen diese Themen nicht mehr einbringen und vorantreiben können.

Deshalb bitte ich heute ganz besonders alle, die mir in den letzten Wochen versichert haben „im Herzen eh Grün zu sein“ oder sogar „grüner als die Grünen“ oder „immer Grüne gewählt haben, aber diesmal unsicher sind“ und alle, die nur aus „taktischen Gründen“ was Anderes wählen wollen noch mal um ihre Stimme!

Dem Klima ist Taktik egal, Grüner als Grün gibt´s jedenfalls im aktuellen politischen Spektrum ganz sicher nicht und diejenigen, die bisher keine Anstalten gemacht haben, ernsthaft gegenzusteuern brauchen definitiv starke „Antreiber“.

Es wird nach dieser Wahl, wie auch immer sie insgesamt ausgeht, ganz sicher viele engagierte Menschen brauchen, die mit Überzeugung, Leidenschaft und Vernunft für all das eintreten, es wird die „Nicht-Beleidigten“ brauchen, die sich aktiv einbringen ohne zu erwarten, dass irgendeine Richtung 100%ig ihre ist und es wird viele brauchen, die mehr als bisher von der Politik die Schritte einfordern, die uns und unseren Kindern eine lebenswerte Zukunft ermöglichen – und es wird starke Grüne im Nationalrat brauchen.

Dafür zählt am Sonntag jede Stimme!

 

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