Pellets statt Putin 2.0

Am 24. Februar 2022 haben wir etwas verloren, was wir in den letzten Jahrzehnten für unumstößlich, ja oft sogar für selbstverständlich gehalten haben: den Frieden in Europa!

Der verbrecherische russische Angriffskrieg auf die Ukraine zeigt uns die abscheuliche Fratze des Krieges in einer Dimension, die unsere Generation sich bisher nicht vorstellen konnte: Unbeschreibliches Leid, menschl. Katastrophen, Zerstörung und Tod.

Der Krieg in Europa führt uns aber auch auf noch nie dagewesene Weise die Konsequenzen unserer Abhängigkeit vom russischen Gas und vom System Putin vor Augen. Und diese Abhängigkeit, die gerade jetzt so schmerzt, ist leider zu einem großen Teil durch die kurzsichtige Politik der letzten Jahrzehnte hausgemacht. Denn die Alternativen wären längst vorhanden gewesen. 

Das Motto „Pellets statt Putin“ wurde schon vor mittlerweile rund 15 Jahren, also seit 2007, zum ersten Mal von den Grünen im Nationalrat getrommelt.

Schon damals war klar, dass ein „Weiter wie bisher“ nicht nur den Planeten unerträglich aufheizen würde, sondern auch die Preise für fossile Energien unerträglich steigen und die geopolitische Situation destabilisieren könnte. Dennoch wurde bis vor zwei Jahren weiter auf schmutziges Öl und Gas und damit auf ein eigentlich schon längst totes Pferd gesetzt.

Und nun hängt Österreich mitten im ersten Krieg dieses Jahrhunderts in Europa, nach wie vor an der Gasspritze von Putin und muss  wieder auf fossile Energieträger aus anderen Regionen der Welt hoffen,  weil es ohne kurzfristige Kompensation wohl nicht gehen wird.

Das ist eine schwere Belastung – für Wirtschaft, Industrie und vor allem für viele Menschen in unserem Land.

Es ist aber auch eine unerträgliche Zumutung den vielen Millionen Menschen gegenüber, die gerade aus der Ukraine fliehen müssen oder durch den brutalen Überfall von Putin sogar schon ihr Leben verloren haben. Denn durch unsere Energieabhängigkeit finanzieren wir Putins Morden in der Ukraine letztlich mit.

Aber wie können wir uns nun aus dieser Abhängigkeit von fossiler Energie befreien? Die Antwort wird niemanden hier verwundern: Durch das rasche Umsteuern auf erneuerbare Energien und auch durch den maßvollen und effizienten Einsatz von Energie. Und die gute Nachricht dabei: für Beides hat auch das Land Steiermark elementare Steuerungsmöglichkeiten in der Hand.

Jedes sanierte, gut gedämmte Haus ist ein Beitrag zur Unabhängigkeit.

Jeder Weg, den ich zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurücklegen kann, ist ein Beitrag zur Unabhängigkeit.

Jeder Wohnraum, der NICHT auf der Grünen Wiese entsteht, sondern im Ortskern, jeder einzelne Umstieg von Öl oder Gasheizungen auf erneuerbare Heizsysteme ist ein Beitrag zur Unabhängigkeit.

Jede Straßenlaterne, die nicht unnötig brennt, jedes Elektrogerät, das repariert wird, jede Mehrwegflasche, die wieder befüllt wird,….ist ein Beitrag zur Unabhängigkeit.

Und das Schöne daran: Es ist auch hier bei uns ein Beitrag zur Wertschöpfung, zur Sicherung von Arbeitsplätzen, zu einer neuen, ich würde sagen zu einer besseren Form von Wohlstand. Zu einem Wohlstand, der ohne Verschwendung von Energie und Ressourcen auskommt und mehr Menschen als bisher ein gutes Leben ermöglicht.

Nach allen Versäumnissen der Vergangenheit müssen wir heute wohl eingestehen, dass wir das tote Pferd „fossile Energie“ nun endgültig nicht mehr weiter reiten können. Wir müssen ohne weitere Verzögerung ausnahmslos alle Register ziehen, um uns aus der Abhängigkeit zu befreien. 

Und auch da wieder das Gute zum Schluss: Wenn wir diesen Befreiungsschlag schaffen, können wir damit nur gewinnen, und zwar nichts Geringeres als unsere Freiheit und Frieden. Und damit sollten wir heute anfangen!

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