Tiertransporte stoppen jetzt!

IMG_20200329_160446Mein Kollege und Tierschutzsprecher LTAbg. Georg Schwarzl hat sich diese Woche gemeinsam mit vielen anderen für eine Aktion gegen Tierqual stark gemacht, der ich mich anschließen möchte.

In meiner gestrigen Videobotschaft zur aktuellen Koronakirse habe ich bereits festgestellt, dass sich viele Probleme, die wir davor schon hatten, im Moment deutlich zuspitzen. Das gilt auch für Tierqual durch unsägliche Tiertransporte quer durch Europa bis nach Afrika und Asien. Der Zustand ist schon in „Normalzeiten“ untragbar. Georg hat es gestern so beschrieben:

„Millionen von Tieren werden jedes Jahr quer durch Europa transportiert – über 70% der Tiertransporte gehen sogar über die Grenzen der EU hinaus. Die Tiere werden in überfüllte LKWs gepfercht und tagelang unter furchtbaren Bedingungen quer durch Europa, nach Afrika oder in den Nahen Osten transportiert.“

In der jetzigen Lage bedeutet das für die Tiere in den Transportern, dass sie oftmals auch noch stunden – oder tagelang an geschlossenen bzw. stark kontrollierten Grenzübergängen unter grauenvollen Bedingungen auf engstem Raum dahinsiechen müssen. Die Perversität von Lebendtiertransporten, gegen die wir auf allen politischen Ebenen seit vielen Jahren kämpfen, erreicht somit durch die aktuelle Krise ebenfalls gerade einen Höhepunkt. Doch gerade jetzt besteht darin – so traurig das ist – auch eine gewisse Chance. Ich habe das in den vergangenen Tagen immer wieder als die Chance auf eine Art kollektives Lernen aus der Krise bezeichnet.

Wir sehen jetzt auf einmal auf drastische und sicher nicht wünschenswerte Weise, dass vieles, was wir bis jetzt für selbstverständlich und unverrückbar gehalten haben, plötzlich ins Wanken gerät oder sich in kürzester Zeit völlig verändert hat.

Diese Erkenntnis können wir jetzt und künftig für Zustände nutzen, die wir auch nach der Bewältigung der Krise nicht mehr so haben wollen wie vorher. Wir können sozusagen ein neues „Normal“ gestalten. Und wir können und müssen jetzt damit beginnen. Die Tiertransporte sind nur ein Beispiel dafür. Und es hätte neben dem Ende dieser unerträglichen Tierqual noch viele andere positive Auswirkungen auch CO2 Bilanz, Reduktion von Verkehrsaufkommen, heimische Produkton,…usw.

Auch unter Menschen, dies sehr gerne Fleisch oder tierische Produkte essen, kenne ich niemanden, der sagen würde: „Ja, wir brauchen Fleisch (oder Milch) von Tieren, die zuvor auf tierquälerische art und Weise quer durch Europa gekarrt wurden!“ Wer will das also noch? Wer kann das noch rechtfertigen, was da vor unseren Augen passiert?

Wenn ihr zu denjenigen gehört, denen da keine vernünftige Antwort einfällt und das Tierschutzvolksbegehren noch nicht unterschrieben habt, dann tut es jetzt. Beteiligt Euch an der Schilderaktion auf Facebook und Instagram, esst weniger tierische Produkte und wenn in besserer (Bio) Qualität, diskutiert mit Eurer Familie und Freunden über das Thema (nicht belehrend, sondern einfach fragend), oder macht, was immer Euch sonst noch einfällt, um die Situation zu verbessern….

Und wer tatsächlich mit dem Thema Tiertransporte wenig anfangen kann (obwohl es mit so vielen anderen Problemen und Widrigkeiten zusammenhängt), kann sich in unzähligen anderen Betätigungsfeldern austoben. Es gibt zurzeit definitiv mehr als genug zu tun – ein Beispiel habe auch in meiner gestrigen Videobotschaft genannt. Also: Gehen wir es gemeinsam an!

Tierschutzvolksbegehren unterschreiben 📝    #unserbegehren #tierschutz

 

 

Es geht nicht um Stimmen, es geht um Menschen – weil wir nur gemeinsam eine gute Zukunft machen können!

 

7cvAHS3K.jpeg.jpgUnd das soll bitte nicht falsch verstanden werden. Auch ich habe in den letzten Wochen sehr oft gesagt, dass wir bis zum Schluss um jede Stimme laufen werden, damit wir Klimaschutz in den nächsten 5 Jahren auch in der Steiermark zum Durchbruch verhelfen können – weil das einfach die größte soziale Verantwortung und wirtschaftliche Herausforderung unserer Zeit ist, wenn wir auch künftigen Generationen eine lebenswerte Zukunft ermöglichen wollen.

Aber eigentlich geht es dabei eben nicht nur um Stimmen. Wir brauchen die Menschen, die hinter diesen Stimmen stehen. Und das gilt ab dem ersten Tag nach der Wahl umso mehr. Ich hatte in meinem ersten Wahlkampf als Spitzenkandidatin der steirischen Grünen so viele unglaublich schöne und stärkende Begegnungen, habe so viel Zuspruch erlebt, so viel Engagement und Hoffnung auf positive Veränderung, dass ich letztlich in den doch sehr anstrengenden Wahlkampfwochen mehr Energie bekommen als verbraucht habe. Der Einsatz hat sich jedenfalls gelohnt, das kann ich heute schon sagen. Jede dieser Begegnungen war es wert! Am bewegendsten war dabei für mich der Moment, als mich eine dreizehnjährige Schülerin von Friays for Future fragte: “Was müssen wir denn noch tun, damit die Politiker endlich handeln?“ Ich habe geantwortet, dass es Hartnäckigkeit und viele Verbündete braucht und versuchte ihr zu erklären, dass es eben noch mehr Politikerinnen und Politiker braucht, die auch wirklich handeln wollen. Sie war dann auch gar nicht so enttäuscht, dass sie selber noch nicht wählen darf, sondern meinte lächelnd: „ Ja meine Eltern hab ich eh schon überzeugt, dass sie Grün wählen….und meine Oma auch bald..“

Ja, und solche Omas und Opas habe ich auch immer wieder getroffen, in den letzten Tagen. Ältere Menschen, die mich angesprochen und erzählt haben, dass sie für ihre Kinder und Enkelkinder diesmal erstmals Grün wählen werden. Menschen aller Altersstufen, die selber einfach spüren, dass wir etwas verändern müssen, wenn es gut bleiben soll.

Jetzt kommt mit dem tatsächlichen Wahlergebnis die Stunde der Wahrheit. Wir werden sehen, ob die Menschen in der Steiermark uns so stärken, dass wir in den nächsten fünf Jahren mehr für eine lebenswerte und gerechte Zukunft in der Steiermark tun können. Denn nur, wenn wir eine klare Stärkung erfahren, werden die anderen Parteien unsere Vorschläge und Ideen in Zukunft ernster nehmen als bisher. In den letzten fünf Jahren wurden so gut wie alle unsere Anträge im Klimaschutz, Umweltschutz, Tierschutz, Sozialbereich, Bildung,…..usw. niedergestimmt. Alleine im Klima – und Umweltbereich rund 140 Initiativen! So darf es einfach nicht weitergehen. Wir müssen es schaffen, den bisherigen Stillstand im Klimaschutz aufzubrechen und dafür brauchen wir die Menschen in der Steiermark.

Denn eines weiß ich auch jetzt schon ganz sicher. Es braucht dieses Engagement, diesen Willen, ein gutes Leben für all unsere Kinder zu gestalten, die Hartnäckigkeit und Unverdrossenheit gegenüber der Ignoranz der bisher verantwortlichen Politik und die Zuversicht, etwas daran ändern zu können, es braucht die Begeisterung und das Hirnschmalz von ganz vielen Menschen. Bei der Wahl brauchen wir Eure Stimme, doch wir brauchen Euch erst recht ab dem Tag danach. Denn wie immer es ausgeht: Wir können diese riesige Herausforderung nur gemeinsam stemmen. Dafür braucht es Menschen, die handeln wollen und nicht nur darüber reden! Machen wir Zukunft und machen wir gemeinsam eine gute Zukunft!

 

 

 

 

 

 

Jeder Tag zählt – jede Stimme zählt – jede(r) von Euch zählt!

00225Heute hat sich der erweiterte Bundesvorstand der Grünen einstimmig für Koalitionsverhandlungen mit der ÖVP ausgesprochen. Für mich bedeutet das einen nächsten Schritt zur Stärkung von genau jenem konstruktiven und auch optimistischen Zugang, den es brauchen wird, um der größten Herausforderung unserer Zeit – der Klimakrise – mit aller Kraft entgegen zu treten. Der Ausgang ist natürlich offen, aber die einstimmig ausgesprochene Bereitschaft, zu verhandeln, zeugt jedenfalls von großer Ernsthaftigkeit.

Und das ist auch bitter notwendig – denn mittlerweile zählt jeder Tag. Und es vergeht auch kein Tag, an dem nicht WissenschaftlerInnen aus aller Welt die Folgen des Nicht Handelns aufzeigen. Erst gestern sprach eine Gruppe von 11 000 Wissenschaftlern von „unsäglichem menschlichen Leid, das der Menschheit droht, wenn es nicht gelingt, die Klimakrise einzudämmen“. https://kurier.at/chronik/welt/klimakrise-forscher-wollen-unsaegliches-menschliches-leid-noch-verhindern/400666079

Heute in zwei Wochen werden wir wissen, wie die Landtagswahl in der Steiermark ausgegangen ist. Und bis dahin werde ich mit meinem großartigen Team jeden Tag um jede Stimme für den Klimaschutz und eine gute Zukunft für unsere Kinder kämpfen. Denn auch in der Steiermark kann unglaublich viel umgesetzt werden – und zwar sofort! Wir haben dazu 41 ganz konkrete Forderungen in unserem Klimarettungspaket gebündelt. Denn wir wollen endlich Zukunft machen, und zwar eine gute Zukunft! Und nicht in der fossilen Vergangenheit hängen bleiben, bis es zu spät ist.

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Ich möchte allen, die mit mir gemeinsam unterwegs sind, den vielen, die uns jetzt ehrenamtlich unterstützen, all den Menschen, die mich in den letzten Tagen und Wochen angesprochen und bestärkt haben, schon heute für diese unglaubliche Welle der Motivation und des Engagements danken. Ich war die ganze Woche von früh bis spät in verschiedenen Teilen der Steiermark unterwegs, auch gestern wieder. Und gleichzeitig mit mir waren unzählige Grüne GemeinderätInnen, MitarbeiterInnen, AktivistInnen und freiwillige HelferInnen auf der Straße und haben dafür geworben, die Grünen auch in der Steiermark bei der Landtagswahl deutlich zu stärken.

Denn genau darum wird es gehen: Um eine deutliche Stärkung!

Bei meiner Diskussion mit den jungen Menschen von „Fridays for future“ diesen Freitag hat mich in der Abschlussrunde eine der jungen Schülerinnen gefragt: „Was müssen wir tun, damit die Politik endlich handelt?“

Meine Antwort ist auch sowas wie mein persönliches Motto:“ Hartnäckig bleiben! Nicht entmutigen lassen und noch mehr Verbündete suchen!“

In der Politik bedeutet jede Stimme nicht nur eine(n) „Verbündete(n)“ mehr, sondern auch einen Auftrag, ein Stück Verantwortung mehr!

Aber für mich gibt es keine Alternative: Ich kämpfe um Verbündete für eine Zukunft, in der wir gute und gesunde Lebensgrundlagen, eine nachhaltige Wirtschaft und ein friedliches, gerechtes Miteinander haben. Je mehr Menschen, sich bei der nächsten Wahl für Grün entscheiden, desto stärker können wir uns dafür einsetzen, desto mehr können wir bewirken. Es war noch nie so motivierend wie jetzt. Es war noch nie so voller Kraft und Hoffnung wie jetzt! Es gibt einfach keine Zeit mehr zu verlieren: Es zählt jeder Tag – jede Stimme – jede(r) von Euch!

 

 

 

 

Politik ist auch von Menschen gemacht

sommerfest-34.jpgIn seinem Wochenendinterview behauptet Landesrat Lang, seines Zeichens für Umwelt, Klimaschutz und Verkehr zuständig nun also, dass man nicht „einfach sagen kann, die Politik ist schuld.“ Obwohl das ja fast die harmloseste Aussage dieses Interviews ist, kann man auch sie nicht einfach so stehen lassen. Denn die Politik ist schließlich auch von Menschen gemacht und zwar von denen, die bisher in Regierungen für Entscheidungen verantwortlich waren.

Nein, Gesetze, und Verordnungen sind nicht rein zufällig so, wie sie sind. Sie sind auch nicht vom Himmel gefallen oder gar Gott gegeben. Sie sind von handfesten Menschen gemacht und beschlossen – und warum bitte sollten gerade diese Menschen, die schließlich durch Wahlergebnisse Verantwortung übernommen haben, nun auf einmal nicht verantwortlich für ihre Entscheidungen sein? Jetzt, wo s brenzlig wird? Es ist kein Zufall, dass wir in Österreich zum Beispiel kein flächendeckendes Mehrweg und Pfandsystem haben und dadurch abgesehen vom Plastikmüll selbst auch noch Unmengen an unnötigen CO2 Emissionen anfallen, es ist kein Zufall, dass eine Jahreskarte für die Benutzung des öffentlichen Verkehrs in der ganzen Steiermark noch immer teilweise über 2000 € kostet, es ist kein Zufall, dass immer noch Einkaufszentren außerhalb von Ortskernen genehmigt werden, obwohl wir schon zu denjenigen gehören, die die höchsten pro Kopf Verkaufsflächen in Europa haben und es ist auch kein Zufall, dass wir Europameister im Zubetonieren von Böden sind. Und es fahren auch nicht (wie Lang im Interview behauptet) „einfach so immer mehr Autos durch die Gegend, sondern das ist einerseits schon die Folge dieses verantwortungslosen Umgangs mit unserem Boden, andererseits gibt es in vielen Regionen einfach nach wie vor zu wenige Alternativen oder sie sind zu teuer! Es ist auch kein Zufall, dass wir in der Steiermark nur 6 Millionen für die Entwicklung von Radinfrastruktur zur Verfügung haben, während alleine die niederländische Stadt Utrecht rund 17 Millionen pro Jahr in den Radverkehr investiert und durch den entstehenden Mehrwert in vielen Bereichen auch noch richtig viel Geld spart.  Nein, das alles sind keine Zufälle. Das alles sind die Folgen von Entscheidungen „der Politik“, also genau der Menschen, die sich freiwillig! dazu entschieden haben, politische Verantwortung zu übernehmen – und dazu darf man einen Umwelt – und Verkehrslandesrat wohl zählen.

Und damit es nicht heißt, ich würde nur jammern und hätte keine Lösungsvorschläge oder würde nichts fordern, hier nur ein paar wenige, die wir in den letzten 4 Jahren eingebracht haben (die allesamt in der jetzigen Legislaturperiode von der bestehenden SPÖVP Koalition abgelehnt wurden):

  • Einführung eines steiermarkweiten 365€ Ticktes für den öffentlichen Verkehr
  • Raumplanungsnovelle nach Klimaschutzkriterien ausrichten
  • Einführung eines steiermarkweiten Mehrwegpfandbechers
  • Aufforderung an die Bundesregierung auf Einführung eines flächendeckenden Getränkeflaschenpfandsystem und verpflichtender Mehrwegquoten
  • Überprüfung aller Gesetze, Verordnungen und Förderungen auf Klimarelevanz
  • Kein Aus – und Neubau weiterer Einkaufszentren in der Steiermark
  • Maßnahmen gegen Lebensmittelverschwendung
  • Abfallvermeidung bei Veranstaltungen
  • Keine neuen Ölheizungen mehr

Insgesamt waren es fast 150 Anträge im Umwelt – und Klimaschutzbereich! Allesamt ganz konkrete Vorschläge, wie Politik ihre Verantwortung wahrnehmen und damit die Rahmenbedingungen für eine klimafreundliche Wirtschaft und eine gute Zukunft für unsere Kinder gestalten könnte– denn dafür wäre sie halt ´primär zuständig. Zumindest meiner Meinung nach!

Klimaschutzfloskeln

IMG_20190203_104747_resized_20190203_112426048.jpgBundeskanzler Kurz sollte mal mit Greta Thunberg über seine Möglichkeiten sprechen …oder mit Hubert Patterer über das Gemeinwohl.

Letzteren möchte ich hier kurz und zugegebenermaßen absichtlich aus dem Zusammenhang gerissen zitieren. Im heutigen „Offen gesagt“ Kommentar meint der Chefredakteur der Kleinen Zeitung unter anderem:

“…Selbst in einer liberalen Rechtsordnung lässt sich das Selbstbestimmungsrecht des Einzelnen nicht absolut setzen. Es ist hochzuhalten, aber der sympathische freie Wille endet dort, wo er die Rechte und die Freiheiten der anderen fahrlässig kappt, etwa: die Unversehrtheit. Diese Balance zwischen dem Selbst und dem bonum commune, dem Wohl aller, ermöglicht das, was man ein zivilisiertes, rücksichtsvolles Zusammenleben nennt. Die Alternative ist der Wilde Westen der Selbstsucht!…“

Hubert Patterer wollte eigentlich nur seine Meinung zur aktuellen Impfpflichtdebatte kundtun. Er wollte mit diesen Worten nichts über den Klimawandel und den Raubbau an Natur und Ressourcen aussagen, seine tödlichen Folgen in vielen Teilen der Welt, die Folgen für unsere Nachkommen, für das „Gemeinwohl“ und die Kosten für die Allgemeinheit auch jetzt schon hier in der Steiermark. Er wollte wahrscheinlich auch keine Anspielung darauf machen, dass die „Selbstsucht“, wenn es um Verkehr, Konsum, Verschwendung,.. geht, global gesehen wohl schon Millionen Menschenleben gekostet hat oder wie viele Menschen auch hierzulande schon Opfer von Klimawandelbedingten Wetterextremen geworden sind….und doch hat er es aus meiner Sicht – wohl unbeabsichtigt, aber sehr treffend – getan!

Wenn „die Alternative der Wilde Westen der Selbstsucht ist“, dann „muss der liberale Staat den Menschen manchmal vor sich selbst schützen“ schlussfolgert Hubert Patterer! Allerdings wundert es mich in diesem Zusammenhang tatsächlich, dass dieser Schutz nicht massiv und umso lauter eingefordert wird, wenn es um die Bewältigung der größten Sicherheitskrise unserer Zeit geht und der Bundeskanzler unseres Landes sich mehr oder weniger ohnmächtig präsentiert.

Warum hat niemand mit entsprechender Empörung auf die aktuelle professionelle Floskelsammlung von Kanzler Kurz in Hinblick die seit Jahren und auch heuer wieder steigenden Treibhausgasemissionen in Österreich reagiert?

Tiroler Tageszeitung, 31.Jänner  2019

Der Kanzler verwies auch auf die Verteuerung der Spritpreise in Frankreich und der damit verbunden Proteste. Die Verteuerung der Spritpreise sei „eine tolle Maßnahme für die Reduktion des Treibgas-Ausstoßes“. Man müsse aber hinterfragen, was das für die Menschen bedeute, die auf das Auto angewiesen seien. „Das steht auf einem anderen Stern.“ „Ich will nichts relativieren“, aber Österreich wolle „die richtigen und nicht die falschen Maßnahmen wie Atomenergie oder unsoziale Maßnahmen“ setzen. Die Regierung sei nicht untätig, sondern „in diesem Bereich sehr aktiv“ und habe „sehr ambitionierte Vorhaben“. Man habe schon einiges auf dem Weg gebracht, so Kurz.

Das Titelblatt der heutigen Kleinen Zeitung gefällt mir in diesem Zusammenhang ja ausgesprochen gut: Greta und die schwachen Männer! Denn so zu tun als wären „unsoziale Maßnahmen“ das Einzige, was diese Bundesregierung im Klimaschutz „auslässt“ ist schon echt ein schwaches Zeichen für den smarten Kanzler dieser Republik. Denn auch die 16 jährige Greta fordert ganz klar „Klimagerechtigkeit“ und „soziale Maßnahmen gegen die Klimakrise“ und betont in ihrer so viel beachteten Rede ganz klar, dass „das Leiden von unendliche Vielen zugunsten des Profits ganz weniger“ endlich ein Ende haben muss! Ist Bundeskanzler Kurz etwas tatsächlich schon zu alt, um das zu verstehen? Und warum ist das der Kleinen Zeitung zwar ein Titelbild, aber keinen auch nur annähernd so kritischen Kommentar wert?

Denn die Klima – und Umweltkrise weiterhin nur mit Ausreden und Floskeln bekämpfen zu wollen, ist Gift für unser Gemeinwohl und unsere Lebensgrundlagen und damit das „Unsozialste“, was eine Regierung tun kann. So einfach ist das!

Deswegen kämpfe ich für eine Allianz derer, die das nicht hinnehmen, eine Allianz der „starken Frauen und Männer“, die Greta und all unseren Kindern zeigen, dass das Gemeinwohl über den Interessen weniger steht und dass wir eine lebenswerte Zukunft gestalten können!

Pflege muss leistbar bleiben

img_20190113_080940_resized_20190113_081848753img_20190113_081743_resized_20190113_081847981

….und zwar im wahrsten Sinne des Wortes und vor allem auch für diejenigen, die rund 80% der Pflegeleistung erbringen: die pflegenden Angehörigen! Wenn uns diese Gruppe aufgrund von mangelnder Unterstützung wegbricht, herrscht echter Pflegenotstand und das gesamte Pfelgesystem wird unfinanzierbar.

Schon heuer mussten aufgrund des erhöhten Bedarfs an Pflegeheimplätzen alleine im steirischen Budget rund 50 Millionen € nachbudgetiert werden! Und schon jetzt sind die Pfelgeheime am Rande ihrer Kapazitäten, in bestimmten Regionen schon darüber und Mangels leistbarer und qualitativ abgesicherter Alternativen in der mobilen Pflege und Betreuung, entsteht laufend mehr Druck auf Investitionen in den teuersten Pflegebereich – die Pflegeheime! Private Investoren und Pflegeheimbetreiber können sich wieder die Hände reiben…

Es braucht daher DRINGEND eine Steuerung für das jeweils richtige Pflegeangebot, Gleichstellung der mobilen Angebote, Ausbau der Angehörigenentlastung, flächendeckende Qualitätssicherung der 24 – Stunden Betreuung und viel mehr niederschwellige Angebote für kurzfrisitge Pflege – und Betreuungsleistungen. Das fordere ich seit Jahren in zahlreichen Landtagsinitiativen. Und da nun die SPÖ als Regierungspartei in der Steiermark auf einmal auch diese Idee mittels Petition verfolgt, obwohl sie unsere diesbezüglichen Forderungen bisher immer abgelehnt hat, werde ich da in der kommenden Landtagssitzung wieder einmal nachbohren.

Ja, es braucht letztloich eine klare Finanzierungsstrategie des Bundes, aber wie immer diese aussehen mag: Ohne klare Priorisierung und Gleichstellung der mobilen Pfelge in Hinblick auf die Kosten für die Betroffenen, wird das System in die Unfinanzierbarkeit und in die „Unleistbarkeit“ gesteuert. Und gerade die Steiermark mit jahrzehntelanger Fehlsteuererung in Richtung stationärer Strukturen, sollte keine Sekunde länger zögern, endlich Gerechtigkeit und Würde für pflegebedürftige Menschen sicher zu stellen!

 

Die Umweltaktivistin und der Filmemacher

Selten war ich so stolz auf Marlene wie heute morgen als sie mir den Link zum Interview gemeinsam mit Werner Boote geschickt hat, das sie kürzlich für Okto TV gemacht hat. https://www.okto.tv/de/oktothek/episode/21549

Unzählige Male wurde ich im Zuge unseres Experiments in den letzten 9 Jahren gefragt, „wie es denn den Kindern gehe“…und immer schwang der unterschwellige verdacht mit, dass unsere Kinder unter dem „Verzichtsexperiment“ ihrer Eltern doch wohl schon ein wenig leiden würden.

Sowohl wir als auch die Kinder haben über die Jahre immer wieder erklärt, dass es prinzipiell einfach Spaß macht, manchmal auch Ausnahmen gibt, uns nichts wirklich abgeht und es einfach gut ist, Dinge zu tun, von denen man überzeugt ist,….

Doch eine schönere Bestätigung als Marlenes Aussagen in diesem Interview gemeinsam mit Werner Boote, kann es für mich gar nicht geben. Es ist nicht nur ein wunderschönes Gefühl, wenn man als Mutter spürt, dass doch wohl einiges, was man über die Jahre vorgelebt hat, auch wirklich angekommen ist. Es stärkt auch meine Überzeugung, dass wir uns mit aller Kraft für die Veränderung der politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen hin zu einem ökologisch und sozial verträglichen und fairen System einsetzen müssen! Danke Marlene und danke Werner! 🙂

Angesichts der Tatsache, dass heute wieder mal ein hochkarätiger „Runder Tisch“ mit dem Handel zum Thema Plastiksackerlverbot stattfindet, wo es eigentlich längst um ein funktionierendes Mehrwegsystem bei Flaschen und anderen Verpackungen gehen müsste, ist eines ganz klar für mich: Wir brauchen wieder mehr Umweltaktivistnnen, die sich für eine Politik stark machen, die der jungen Generation und ihren Nachkommen Lebensgrundlagen auf diesem Planeten sichern!

Von Nebelgranaten und plastikfreien Adventkalendern

IMG-20181203-WA0002.jpgIn den letzten Tagen ist es bei mir rund gegangen: Am Freitag im Antenne Steiermark Studio und heute Nachmittag live bei Steiermark heute – dazwischen einige Zeitungsinterviews.

Eigentlich wollte ich ein paar neue Blogbeiträge auf www.keinheimfuerplastik.at dazu schreiben. Doch beim Durchsehen meiner Beiträge seit 2009 habe ich bemerkt, dass ich zum Thema „Plastiksackerl“ tatsächlich schon so ziemlich alles geschrieben habe, was es dazu zu sagen gib. Daher werde ich den aktuellen Anlass für einen „Plastikfreien Adventkalender“ nutzen! Morgen starte ich mit einer Geschichte über meine Tochter Marlene, die im Jahr 2012 an den damaligen Umweltminister Berlakovic einen Brief zum Thema Plastiksackerlverbot geschrieben hat….

Ich habe mich jedenfalls einerseits gefreut, andererseits auch wirklich sehr lachen müssen, als mir in den letzten Tagen einige FreundInnen und Bekannte, aber auch Menschen, die seit Jahren meinen Blog http://www.keinheimfuerplastik.at lesen, gratuliert haben! J

Das geplante Plastiksackerlverbot ab 2020 ist in aller Munde und gibt genug Anlass für Diskussionen und zum Glück auch für eine kritische Auseinandersetzung mit dem gesamten Thema „Verschwendung“ – in Zeiten wo für die Eindämmung der Klimakrise auf ein für Menschen erträgliches Maß nur mehr wenige Jahre bis Jahrzehnte übrigbleiben, ja keine ganz unrelevante Sache.

Tatsächlich könnte man (als eifrige Beobachterin) der „Plastikdiskussion“ ein wenig den Eindruck gewinnen, das von unserer Bundesregierung als großer Wurf verkündete Plastiksackerlverbot könnte auch eine kleine Nebelgranate sein. Immerhin hätte man ohnehin bis 2018 konkrete Maßnahmen treffen müssen und den Marketingprofis von Kurz und Köstinger ist natürlich längst (spätestens jedenfalls nach der Kronenzeitungskampagne zum Thema Plastik diesen Sommer) aufgefallen, dass Plastik nicht mehr ganz so „sexy“ ist und man das Thema kurz vor der UN Klimakonferenz in Katowice recht gut dafür benutzen könnte, um vom eigenen klimapolitischen Versagen abzulenken.

Aber sei´s drum! Ich freue mich, dass Dank des seit Jahren zunehmenden Drucks vieler Menschen, Initiativen, NGOs,… usw. endlich auch in Österreich ein bisschen Bewegung in die Sache kommt.

Vom Winter im Sommer, der eigentlich ein Herbst ist

IMG_20181021_163420_resized_20181021_070716236Die Medienberichte der letzten Monate zeichnen ein groteskes Bild der Situation: Auf der einen Seite laufend Berichte über Extremwetterereignisse, Unwetterkatastrophen, Plastikozeane, Dürre, vertrocknete Felder, schmelzende Gletscher…..und daneben dann wieder „Businnes as usual“, als ob nichts wäre. Das löst bei mir unweigerlich starke Erinnerungen an „Titanik“ aus, wo die Musik unbeirrt weiterspielt, während die Hälfte vom Schiff schon untergegangen ist.

Der aktuelle Gipfel:

 

In derselben Ausgabe der Kleinen Zeitung (vom 19.10 2018) ein Bericht über die dramatischen Folgen des Klimawandels am Dachstein mit Austrocknung des Spiegelsees, Versiegen zahlreicher Bäche, blühender Enzian im Oktober, Wassermangel in den Tälern, notwendige Wassertransporte auf die Viehweiden,… und 2 Seiten davor das abstruse Bild des Kitzbühler Schneebandes Mitten im „Sommer“ gemeinsam mit der noch viel unglaublicheren Information, dass tatsächlich 2000 Menschen am ersten Wochenende dieses Schneeband zum Schifahren benutzt haben.

Ja, Schifahren in Badehose – auch das mag manchen gefallen.

Doch weniger lustig ist, dass uns nebenbei die Lebensgrundlagen quasi unter den Füßen „wegschmelzen“ und Menschen in anderen Teilen der Welt (jetzt schon!) das Wasser bis zum Hals steht. Wobei „Wasser“ hier nur ein Platzhalter ist, für Dürre, Ernteausfälle, verbrannte Regenwälder, Verteilungskonflikte, Perspektivenlosigkeit, Zerstörung von regionaler (Land)Wirtschaft….und sonstigen Folgen unseres maßlosen Ressourcen – und Energieverbrauchs, dessen Folgen und Kosten wir gnadenlos in andere Teile der Welt auslagern. Auch wenn es sich langsam nicht mehr verbergen lässt, dass sie früher oder später auch uns in voller Wucht treffen werden.

Das ist exakt der Punkt, wo sich die politische Verantwortung und die Verantwortung der Einzelnen treffen.

Genau der Moment, wo klar wird, dass es immer ein Zusammenspiel der politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ist, die diesen Wahnsinn (wobei das Schneeband in Kitzbühl natürlich auch nur ein Sinnbild dafür ist) ermöglichen und der vielen Einzelnen, die den Wahnsinn mitmachen und Mitten im Sommer, der eigentlich ein Herbst wäre, Winter spielen….

Dem Klima wird es allerdings herzlich egal sein, ob sich die Regierenden auf die „KonsumentInnen“ ausreden oder die Bürgerinnen und Bürger auf „die Politik“! Es wird sich davon nicht beeindrucken lassen. Wie der letzte Bericht des Weltklimarates und sämtliche wissenschaftlichen Erkenntnisse der letzten Jahre ganz klar festgestellt haben, brauchen wir auf der Stelle eine mutige und zukunftsorientierte Politik, die tiefgreifende Veränderungen in allen Bereichen der Gesellschaft vorantreibt UND so viele Menschen wie möglich, die ihre Wahlfreiheit in diesem Sinne nutzen. Und zwar sowohl bei alltäglichen Entscheidungen, als auch bei demokratischen Wahlen und in ihrem gesellschaftlichen Engagement. Nur so kann es uns noch gelingen, das Klima und damit uns selbst zu retten!

Die Zeit der Ausreden muss endgültig vorbei sein! Alles andere wäre politisches Versagen – und menschliches!

Von Gösting über Ottensheim bis Südkorea – wir brauchen alle!

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In den letzten Wochen habe ich wieder unglaublich viele Menschen kennengelernt, die sich nicht nur Sorgen um das Klima und den Zustand unserer Welt machen, sondern auch selbst etwas beitragen, etwas verändern wollen.

Da mein Buch „Plastikfreie Zone“ vor einigen Jahren auch auf Koreanisch erschienen ist, melden sich seither immer wieder vor allem junge Menschen aus Südkorea, die etwas gegen die Plastikflut und die Vermüllung ihrer Umwelt tun wollen. Anfang Oktober war nun sogar ein Team des Südkoreanischen staatlichen TV Senders bei mir, um einen Beitrag für eine Dokumentation zum Thema Plastikmüll zu drehen. In Schulen, in Gemeinden, in Pfarren, zuletzt beim Erntedankfest in Gösting und bei einem Verein zum Erhalt der Lebensqualität in Ottensheim habe ich seit Schulbeginn unzählige Diskussionen darüber geführt, warum es in Österreich immer noch kein flächendeckendes Pfandsystem gibt, warum kaum Getränke in Mehrwegflaschen, wer dafür verantwortlich ist, dass elektronische Geräte immer schneller kaputt werden, warum sie kaum mehr reparierbar sind, warum tonnenweise Lebensmittel weggeworfen werden, obwohl sie durch die Plastikverpackung ja um so viel haltbarer wären,..…und welche drastischen Auswirkungen auf unser Klima dieses „System der Verschwendung“ hat. So kommt man von Plastikmüll fließend zu Klimawandel, Ausbeutung, Ressourcenverschwendung, Umweltzerstörung, Flucht,…

Plastik ist auch deshalb so ein gutes Thema, weil es so viel „sichtbar“ macht.

Und seit Jahren beobachte ich nun, dass eigentlich in jeder Diskussion zum Thema „Plastikmüll“ der Moment kommt, wo das Publikum diese Zusammenhänge ganz klar erkennt. Für mich ist es gleichzeitig auch immer der Moment der „Politisierung“. Der Moment, wo klar wird, dass Klimazerstörung, Plastikvermüllung unserer Gewässer, und vieles mehr keine Naturgesetze sind. Es sind von Menschen gemachte Gesetze und Rahmenbedingungen, die all das ermöglichen! Sie sind daher genauso veränderbar, wie persönliches Verhalten – und das ist eine zutiefst politische Verantwortung!

Man kann die Welt nicht „gesund und gerecht“ konsumieren, in einem System, das darauf beruht, Menschen und Ressourcen auszubeuten. Doch man kann sich diesem System zumindest teilweise entziehen, es verweigern – dazu ermuntere ich Menschen, seit ich vor 9 Jahren mit meiner Familie begonnen habe, mit meiner Familie plastikfrei einzukaufen. Man kann sich engagieren, mit andere zusammentun, Initiativen und Betriebe unterstützen, die sich für eine neue Vision von „Wirtschaft“ einsetzen. Denn letztlich geht es natürlich darum, Politikerinnen und Politiker, die bisher lediglich schöne Worte und Papiere produzieren, endlich zum Handeln zu bewegen! Und das wird nur gelingen, wenn möglichst viele Einzelne den nötigen Druck erzeugen – nicht nur bei Wahlen, sondern eben auch durch ihr tägliches, eigenes Handeln!

Überall auf der Welt gibt es Menschen, die das erkannt haben und sich dafür einsetzenIMG-20181012-WA0007

Wir brauchen sie alle, um den Wandel zu schaffen. Wir brauchen Allianzen, Solidarität, Empathie und Zuversicht. Und wir, die wir in einem der wohlhabendsten und sichersten Länder der Welt leben, haben die größte Verantwortung, um nicht zu sagen die Pflicht, dabei mit aller Kraft voranzugehen.