Dem Klima ist Taktik egal – eine eindeutige Wahlempfehlung

_DSC3377Zugegeben: Inmitten medialer Konfrontations- und Duellhysterie, Personenkult, Analysewahn und sich selbst als Erneuerung inszenierenden langjährigen Regierungs – oder Oppositionsmitgliedern mit teilweise pathologisch – egomanischen Zügen ist mir in den letzten Wochen oft das Grauen gekommen. Seit dem Auffliegen der Schmutzkübelkampagne mit den dazugehörigen Erinnerungslücken der Verantwortlichen (die sich selbst aber selbstverständlich nicht so sehen) mutierten die ohnehin schon relativ inhaltsleeren Dauerdiskussionen dann zu einer schier unerträglichen Mischung an persönlicher Untergriffigkeit, Zynismus und schauspielerischer Höchstleistung. All das kann in Verbindung mit den „internen Fehlern“, die in den letzten Monaten bei den Grünen passiert sind, schon mal auf die Motivation schlagen.

Dass ich dennoch fast schon rund um die Uhr bei allen sich bietenden Gelegenheiten aus tiefster Überzeugung dafür geworben habe, dass es auch weiterhin eine starke Stimme für Umwelt, Klimaschutz, soziale Gerechtigkeit und nachhaltige Wirtschaft im österreichischen Parlament gibt, liegt daran, dass ich diese Stimme noch nie für so wichtig gehalten habe.

Gerade meine letzten Gespräche mit Klimawissenschaftern in Graz haben mich darin bestätigt, dass jeder Tag zählt, dass wir wahrscheinlich nur mehr ca. 2 Jahrzehnte Zeit haben, um das Ruder herumzureißen, um große Klimakatastrophen und riesige Fluchtbewegungen auch innerhalb Europas zu vermeiden, um die so viel strapazierte „Sicherheit“ zu wahren, um unseren Kindern eine lebenswerte Zukunft zu sichern – da können wir es uns einfach nicht leisten, weitere 5 Jahre zu verlieren. Wir können es uns nicht leisten, weiter ein auf Verschwendung und Ausbeutung bauendes Wirtschaftssystem zu forcieren, wir können es uns nicht leisten, noch mehr soziale Ungleichheit zu erzeugen und unsere eigenen Lebensräume und die vieler anderer Lebewesen zu zerstören.

Wir brauchen also dringend Veränderung – und zwar nicht in Form von Personen, die sich primär selbst als solche inszenieren! Es braucht Rahmenbedingungen, die einer umweltverträglichen, klimaschonenden Wirtschaft und Lebensweise Vorrang einräumen, Menschen nachhaltige Arbeitsplätze und eine sinnvolle Verteilung der Arbeit ermöglichen, sozialen Zusammenhalt, Menschlichkeit und Empathie fördern und unsere Lebensgrundlagen schützen.

Und ich wäre nicht bei den Grünen, wenn ich nicht davon überzeugt wäre, dass Grüne Ideen die größte positive Gestaltungskraft für all das haben. Diese Aspekte vertritt niemand sonst! In diesem Wahlkampf hat nicht einmal die Klimakrise, trotz der immer drängenderen Brisanz und Relevanz für ALLE sonstigen Bereiche des menschlichen (Zusammen)Lebens, bei keiner der anderen Parteien eine ernst zu nehmende Rolle gespielt – und so wird es auch in den nächsten 5 Jahren bleiben, wenn die Grünen diese Themen nicht mehr einbringen und vorantreiben können.

Deshalb bitte ich heute ganz besonders alle, die mir in den letzten Wochen versichert haben „im Herzen eh Grün zu sein“ oder sogar „grüner als die Grünen“ oder „immer Grüne gewählt haben, aber diesmal unsicher sind“ und alle, die nur aus „taktischen Gründen“ was Anderes wählen wollen noch mal um ihre Stimme!

Dem Klima ist Taktik egal, Grüner als Grün gibt´s jedenfalls im aktuellen politischen Spektrum ganz sicher nicht und diejenigen, die bisher keine Anstalten gemacht haben, ernsthaft gegenzusteuern brauchen definitiv starke „Antreiber“.

Es wird nach dieser Wahl, wie auch immer sie insgesamt ausgeht, ganz sicher viele engagierte Menschen brauchen, die mit Überzeugung, Leidenschaft und Vernunft für all das eintreten, es wird die „Nicht-Beleidigten“ brauchen, die sich aktiv einbringen ohne zu erwarten, dass irgendeine Richtung 100%ig ihre ist und es wird viele brauchen, die mehr als bisher von der Politik die Schritte einfordern, die uns und unseren Kindern eine lebenswerte Zukunft ermöglichen – und es wird starke Grüne im Nationalrat brauchen.

Dafür zählt am Sonntag jede Stimme!

 

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Worüber in Wahlkampfzeiten gerne geschwiegen wird oder die größte Sicherheitskrise unserer Zeit Teil 2

Ich möchte heute mal etwas tun, was in der Politik in letzter Zeit (speziell in Wahlkampfzeiten) ja sehr beliebt ist – ich fordere eine radikal – konsequente Verschärfung unserer Sicherheitspolitik! Das erfordert allerdings auch, darüber zu reden, was unsere Sicherheit am meisten bedroht. Die LeserInnen meines letzten Blogbeitrags, wissen schon, was nun kommen wird.

Dass weder SPÖVP, noch FPÖ, das Thema Klimakrise gerne aktiv ansprechen, geschweige denn konkrete Schritte zur Verbesserung der Situation präsentieren, mag wohl daran liegen, dass sie politisch genau die prekäre Lage erzeugt und zu verantworten haben, in der wir uns aktuell in Sachen Klimakrise befinden. Dass aber auch diverse Kleinparteien und Listen inklusive angeblich radikal – pragmatischer Linkspopulisten quasi nichts dazu zu sagen haben, und sich lieber gegenseitig mit Ideen zur eher weniger realistische Schließung von Fluchtrouten übertrumpfen, zeigt dramatisch, dass es allen daran Beteiligten wohl viel weniger um unsere Sicherheit als um kurzfristige Stimmenmaximierung geht.

Zwei Zeitungsartikel dieser Woche haben mir ein wenig Hoffnung gegeben, dass über das am liebsten verschwiegene Thema dieses Wahlkampfs doch noch gesprochen wird…

Immerhin gibt es scheinbar doch noch ein paar Journalisten, denen das offenbar auffällt und die auch darüber schreiben. Insofern haben mich die Artikel von Günter Pilch (Kleine Zeitung) und Eric Frey (Standard) diese Woche ein wenig hoffnungsvoll gestimmt.

In den Kommentaren zu meinem letzten Blogbeitrag, schrieb ein Leser, dass er den Klimawandel für ein „Luxusproblem der westlichen Welt“ hält. Genau das Gegenteil ist meiner Meinung nach der Fall! Denn ungerechterweise sind die Auswirkungen der Klimakrise nicht dort am härtesten, wo sie hauptsächlich verursacht wird, sondern dort, wo die Menschen selbst aufgrund ihres Lebensstils noch relativ wenig zum Aufheizen des Klimas beigetragen haben.

Dort sind Sicherheit (im Sinne von Gesundheit, Ernährungssicherheit, Klimakatastrophen…) und Frieden schon jetzt massiv in Gefahr bzw. schon nicht mehr vorhanden! Bei uns brachten die (vergleichsweise noch harmlosen) wetterbedingten Katastrophen dieses Jahres, zwar Diskussionen über die notwendige Aufstockung von Katastrophenfonds und dergleichen, aber dass man den Verlust an Lebensqualität und Lebensräumen, die Gefahr für unser und das Leben unserer Kinder und unser friedliches Zusammenleben in Österreich und Europa niemals bezahlen und sowieso nie mit Geld aufwiegen kann, wurde tunlichst nicht erwähnt!

Dass wir unser Wirtschaftssystem, unser Steuersystem, unseren Lebensstil und vieles mehr radikal und konsequent verändern müssen, um auf diesem Planeten (wir haben bis jetzt immer noch nur diesen einen!) weiterhin (über)leben zu können, könnte ja jemand kurz vor Wahlen in die falsche Kehle bekommen….und obwohl es die meisten Leute ja instinktiv spüren, dass es „so nicht weitergehen kann“, halten sich die verantwortlichen PolitikerInnen der Regierungsparteien diesbezüglich nobel zurück bzw. leugnen wie im Falle der FPÖ teilweise sogar hartnäckig, dass Menschen etwas mit der Klimakrise zu tun hätten. Hauptsache dies Inszenierung stimmt!

Und mit jedem Tag der ungenutzt vergeht, steigt die Gefahr für unsere Sicherheit, für unsere Gesundheit, für ein friedliches Zusammenleben…

Letztes Mal habe ich in meinem Blogbeitrag eine Studie zitiert, in der die Klimakrise als die größte Gefahr für die menschliche Gesundheit festgehalten wird.

Heute möchte ich in Hinblick auf „unsere Sicherheit“ nur 4 Passagen eines Artikels hier wiedergeben, den ich letzte Woche als Vorbereitung für ein Gespräch mit Klimaswissenschaftern gelesen habe (Der Artikel ist recht lang, aber wer ihn ganz lesen will, findet ihn unter diesem Link): https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/der-planet-schlaegt-zurueck

Seit 1980 hat der Planet eine 50-fache Zunahme an Orten verzeichnet, die gefährlich oder extrem heiße Temperaturen verzeichnen, und die Zahl wird noch stärker zunehmen. In Europa traten die fünf wärmsten Sommer seit dem Jahr 1500 alle seit 2002 auf. Und schon bald, so warnt das IPCC, wird es in weiten Teilen des Erdballs ungesund sein, sich zu dieser Jahreszeit draußen aufzuhalten.

„Selbst wenn wir die Klimaziele von Paris mit einem Temperaturanstieg von zwei Grad einhalten, werden Städte wie Karatschi und Kalkutta fast unbewohnbar werden und in jedem Jahr tödliche Hitzewellen wie 2015 erleben. Bei vier Grad Erderwärmung wird die europäische Hitzewelle von 2003, der bis zu 2.000 Menschen an einem einzelnen Tag zum Opfer fielen, zur sommerlichen Normalität werden.“

„….. Jedes Grad Celsius Erderwämung kostet durchschnittlich 1,2 Prozent des Bruttoinlandsproduktes, …. mittlere Schätzung liegt bei einem weltweiten Einkommensverlust von 23 Prozent pro Kopf gegen Ende des Jahrhunderts. (Dieser Verlust resultiert aus Veränderungen in der Landwirtschaft, steigender Kriminalität, Stürmen, Energieknappheit und einer erhöhten Sterblichkeit.)

„Über die Hälfte des Kohlenstoffs, den die Menschheit in ihrer Geschichte in die Atmosphäre geblasen hat, wurde in den vergangenen drei Jahrzehnten ausgestoßen. 85 Prozent des gesamten Kohlenstoffausstoßes durch Menschen geschah in der Periode nach dem Zweiten Weltkrieg. Das bedeutet, dass die Erderwärmung uns binnen einer einzigen Generation an den Rand der Katastrophe geführt hat. Die Geschichte der Kamikaze-Mission der industrialisierten Welt ist die einer einzigen Lebensspanne.“

 

Ich bin vor etwas mehr als 2 Jahren nicht in die Politik gegangen, um mich am Wettkampf zu beteiligen „wer kann den Leuten am besten sagen, was sie hören wollen“, sondern um Überzeugungsarbeit und einen Beitrag zu leisten, die notwendigen Veränderungen so schnell wie möglich voran zu treiben.

Deshalb bin ich auch nach wie vor davon überzeugt, dass es in den nächsten Jahren ganz, ganz dringend (dringender als je zuvor eigentlich!) starke Grüne im Parlament und auf allen Ebenen (Landtagen, Gemeinderäten) geben muss. Deshalb kämpfe ich – allen internen Fehlern, Spaltungen und sonstigen Widrigkeiten zum Trotz – dafür, dass die Grünen gestärkt aus dieser Wahl hervorgehen. Ich habe keine andere Wahl – es zählt einfach jeder Tag!

Die größte Sicherheitskrise unserer Zeit

Unsere beiden jüngeren Kinder haben es unlängst bei einer morgendlichen Diskussion auf den Punkt gebracht: „Unsere Zukunft ist nicht mehr sicher!“ Und sie hatten auch gleich Verantwortliche parat: „Eure Generation hat das zu verantworten –Ihr habt den Klimawandel erzeugt!“

Beinahe täglich wird zurzeit über die Folgen der größten Sicherheitskrise unserer Zeit berichtet. Denn was unter dem verharmlosenden Titel „Klimawandel“ läuft und teilweise sogar als solcher auch von manch österreichischen PolitikerInnen immer noch verleugnet wird, ist eine veritable Krise, deren Auswirklungen allerdings nicht „das Klima“ sondern, das Leben und die Menschen schon im Moment hart treffen – und vielen Menschen das Leben kosten. Denn Naturkatastrophen, die bei uns im besten Fall „nur“ Schäden in Millionenhöhe verursachen, führen anderswo dazu, dass unzählige Menschen sterben oder flüchten müssen.

Auch wenn die Folgen der Klimakrise andere Kontinente im Moment noch weitaus härter treffen, Menschen ihrer Lebensgrundlagen berauben, in die Flucht treiben und für soziale Verwerfungen und Kriege mitverantwortlich sind: Dieser Sommer hat auch in Österreich auf teilweise katastrophale Weise gezeigt, was droht, wenn die momentane Entwicklung nicht aufgehalten wird.

Und dabei geht es nicht mehr „nur“ um Kosten für Hochwasserschutz und darum, dass man bei den Hitzewellen in Österreich nun schon mit dem Zählen nicht mehr nach kommt. Laut neuesten WHO Studien ist die Klimakrise die größte Gefahr für die Gesundheit der Menschen. Die Studie zeigt, dass bis Ende des Jahrhunderts pro Jahr ca 150 000 Menschen bei Wetterextremen ums Leben kommen könnten….die meisten Menschen werden an Hitze sterben

50mal soviele Menschen wie heute werden ums Leben kommen.

Und während wir all das wissen und nahezu schon täglich – wahrscheinlich vergleichsweise noch recht harmlosen Vorgeschmack bekommen, was uns blüht, wenn wir die Klimakrise nicht ab sofort mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln bekämpfen, wollen uns diverse „Sicherheitspolitiker“ in Österreich noch immer weismachen, „unserer Sicherheit“ könnte durch Abschottung Europas und ohnehin völlig unrealistische Meeresroutenschließungen gesichert werden – ansonsten: Business as usual !

Dieses Verständnis von Sicherheit mag wohl populär sein (manche sagen auch radikal –pragmatisch dazu, was immer das heißen mag…), aber ehrlich ist es ganz sicher nicht. Wenn wir die größte Sicherheitskrise unserer Zeit einigermaßen heil überwinden wollen, wird uns Abschottung nicht nützen und gibt es kein „Weiter wie bisher!“ Es muss sich ganz schnell, ganz viel ändern. Und das beschränkt sich nicht auf eigentliche Selbstverständlichkeiten wie die Abschaffung des Dieselprivilegs in Österreich und den Ausbau und die Attraktivierung des öffentlichen Verkehrs. Es muss vor allem endlich Schluss sein mit jeglicher Art von Verschwendung, egal ob das den Boden, Strom, natürliche Gewässer, Lebensmittel, Wegwerfkonsum von Elektronik und sonstigen Gebrauchsgegenständen…und vieles mehr anbelangt! Der Ausbau von erneuerbaren Energien alleine, wird niemals reichen, wenn wir diesen Verschwendungswahnsinn nicht beenden. Es wäre Aufgabe einer verantwortungsvollen (Sicherheits – ) Politik, die Rahmenbedingungen dafür sicherzustellen. Auch wenn sich das nicht immer so populär anhört! Es ist Zeit, dass diejenigen, die uns „Sicherheit“ verkaufen wollen, aufhören, sich in fragwürdiger Symptombekämpfung gegenseitig übertrumpfen zu wollen, sondern endlich erkennen, dass WIR so nicht weitermachen können – und das auch aussprechen und entsprechend gegensteuern!

Sonst werden unsere Kinder eines Tages mit Recht sagen: „Ihr seid schuld daran, dass wir keine Zukunft mehr haben!“ – und das wird dann mit Sicherheit noch das kleinste Problem sein!

Doch da ich mit derartig düsteren Visionen nicht enden will, nehme ich gerade jetzt alles, was ich geschrieben habe auch als Auftrag an mich selbst. Denn ich bin vor etwas mehr als 2 Jahren letztlich in die Politik gegangen, um meinen Beitrag zu leisten, ein System, an das ich nicht glaube, zu verändern. Und egal wie schwierig die Zeiten dafür auch im Moment sein mögen: Ich sehe mein Mandat immer noch als ganz klaren Auftrag, mich für diese Veränderungen einzusetzen! Und obwohl ich in den letzten 2 Jahren durchaus einiges an Illusionen eingebüßt habe, glaube ich noch immer daran, dass ein System ohne sinnlose Verschwendung, Raubbau an natürlichen Ressourcen, Zerstörung von Lebensräumen und Ausbeutung von Menschen möglich ist!

 

 

 

 

 

 

2 Jahre im steirischen Landtag oder Warum Politik Spaß macht…

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Man könnte sagen, „Es war eine anstrengende Woche“ (obwohl heute erst Freitag ist und gestern sogar Feiertag war..)

Ich war am Montag und Dienstag jeweils von ca. 8 bis 23 bzw. 24 Uhr auf „Tour“ in den Bezirken Leibnitz und Hartberg unterwegs. In der vorigen Woche hatte ich das selbe schon in Weiz. Ich möchte mich in den Regionen der Steiermark als neue Umweltsprecherin vorstellen und dabei auch gleich über eines meiner Herzensthemen „Ressourcenschonung und (Plastik)Müllvermeidung“ mit den Leuten reden.

Zuerst ein Pressegespräch, dann Besuch von 3 Betrieben oder Institutionen in der Region, die wichtige Aspekte eines nachhaltigen Wirtschaftens bereits umsetzen und am Abend dann noch mein Vortrag „Sei dabei – Plastikfrei!“ – dazwischen Telefonate, Mails beantworten, Termine ausmachen, Anträge für die nächste Landtagssitzung durchlesen und bearbeiten, den Kindern Anweisungen fürs Mittagessen und Einkaufen geben und ein paar hilflose Versuche, meinen geduldigen BegleiterInnen den Weg anzusagen…  🙂

Am Mittwoch dann von 9 bis 13 Uhr die Präsentation des neuen regionalen Gesundheitsplanes, ein Coachinggespräch, ein Vorbereitungstreffen mit meinen 2 Grünen GemeinderatskollegInnen zur nächsten Gemeindersatssitzung und dann noch eine Veranstaltung in Graz zum Thema „Welche Wirtschaft(sgeschichten) wollen wir künftig (erzählen)?“. Das „Zwischenduchprogramm“ gleich wie an den Vortagen…_DSC5676

 

Es waren also schon anstrengende Tage…. aber auch unglaublich bereichernd, interessant und motivierend. Ich konnte 6 sehr unterschiedliche Betriebe bzw. Einrichtungen, sowie 3 Redaktionen von Wochenzeitungen besuchen, ich habe irrsinnig spannende und erkenntnisreiche Gespräche geführt und dabei auch sehr viel Bestätigung für meine politischen Anliegen und Forderungen mitnehmen können. Es ist mir extrem wichtig im direkten Kontakt mit Menschen immer wieder rückzukoppeln, wie Rahmenbedingungen, die politisch vorgegeben werden, in der Realität ankommen und wirken, welche Vorteile, aber auch welche Probleme dadurch entstehen.

Ich sehe es als einen essentiellen Teil meiner politischen Tätigkeit, diese Beziehung zwischen Politik und den Lebensrealitäten von Menschen direkt zu erfahren. So wie ich das auch schon bei meinen Hospitationen im Sozial – und Gesundheitsbereich in den letzten 1einhalb Jahren immer wieder erleben durfte – es ist für mich eine Kraftquelle für die „Mühlen der Politik“! Und ja, es macht Spaß und ist eine wunderbare Erfahrung, dass ich das alles im Moment beruflich machen kann! …Auch wenn es mir manchmal schon ein bisschen leid tut, dass sich mein erlernter Beruf (Physiotherapie) zur Zeit nur mehr ganz wenige Stunden in der Woche ausgeht.

Heute genau vor 2 Jahren wurde ich als Abgeordnete des steirischen Landtags angelobt. Und nun ist es wirklich einmal Zeit für ein großes „zwischendurch Danke“, an alle, die mir diese großartige Chance ermöglicht haben und ermöglichen. Allen voran gilt es natürlich meinem Mann und meinen Kindern, die mich seit 2 Jahren wirklich viel seltener seh, vieles übernommen haben, eine unglaubliche Geduld mit mir haben und mein aller wichtigster Rückhalt sind! Und natürlich den Wählerinnen und Wählern, die den Grünen (und viele auch mir persönlich) bei der letzten Wahl Ihre Stimme und damit einen Vertrauensvorschuss gegeben haben. Danke auch an all meine FreundInnen, die enorm viel von den „Hochs und Tiefs“ des politischen Alltags mit mir durchmachen und bewältigen!

Aber ganz besonders möchte ich mich heute auch bei allen MitarbeiterInnen im Landtagsklub und in der Landespartei bedanken, die mich von Beginn an mit vollem Einsatz unterstützt haben und ohne die diese sehr intensive Arbeit für mich definitiv nicht möglich wäre. Und da ich nun mal eine Teamplayerin bin, möchte ich den heutigen Tag auch nutzen, um meinem Kollegen und Klubobmann Lambert Schönleitner für seine großartige Unterstützung, die intensiven und ehrlichen Diskussionen und den Zusammenhalt im Klub, sowie meiner neuen Kollegin Lara Köck für den frischen Wind und die Bereitschaft, sich auf das Abenteuer Politik einzulassen, zu danken! Und natürlich den vielen anderen Kolleginnen in der Grünen Welt – allen voran NAbg. Sozialsprecherin Judith Schwentner – die mich durch ihr Engagement und Vorbild, immer wieder davon überzeugen, dass es Sinn macht, sich für die Dinge einzusetzen, an die ich glaube.

Ich werde immer wieder gefragt, ob ich es nicht schon bereut habe, dass ich vor 2 Jahren diesen Schritt gemacht habe. Und natürlich gab es in diesen 2 Jahren auch immer wieder mal Momente, wo es sich ein wenig so angefühlt hat..… Aber Dank Euch allen und Dank der vielen Menschen, von denen ich immer wieder höre, dass ich Ihnen Hoffnung mache oder sie motiviere, kann ich heute wirklich resümieren:

Politik macht mir Spaß (jedenfalls sehr oft!) – und solange das so ist, werde ich mich weiterhin nach bestem Wissen und Gewissen und auf meine ganz persönliche Art und Weise auf dieser Ebene für gerechtere Verteilung und die Erhaltung unserer Lebensgrundlagen einsetzen.

DANKE!

Nicht nur für die Umwelt sprechen – für Menschen, Lebensraum und Zukunft Handeln!

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Seit dieser Woche habe ich mit Lara Köck nicht nur eine neue, junge Kollegin im Grünen Landtagsklub, sondern ich habe auch selbst eine neue Rolle von unserer ehemaligen Abgeordneten Sabine Jungwirth übernommen: Ich bin nun Umweltsprecherin.

Es entspricht meiner großen und seit der Kindheit bestehenden Leidenschaft, dieses Thema immer im unmittelbaren Zusammenhang mit Menschen zu betrachten. Mir hat der Begriff „Umwelt“ schon als Jugendliche nicht besonders gut gefallen, weil er suggeriert, es wäre „irgendwo um uns herum“ etwas, was wir schützen müssen, was mit uns direkt aber nicht viel zu tun hat. In Diskussionen wird daher „Umweltschutz“ auch immer sehr gerne gegen so genannte „andere Interessen“ ausgespielt – Wirtschaftswachstum, Arbeitsplätze, Mobilität, erneuerbare Energien, leistbares Wohnen…usw. wird dafür instrumentalisiert.

Und so funktioniert das meiner Meinung nach nicht: Wir leben nicht in einer UMWELT, wir leben mitten drin! Es ist unser Lebensraum – und nebenbei auch noch der Lebensraum von unzähligen anderen Lebenswesen – den wir als Basis für alles andere brauchen, ohne den alles andere nicht funktionieren kann! Und es ist weltweit, aber natürlich auch in Österreich und in der Steiermark so, dass dort, wo Lebensräume zerstört werden oder ihre Qualität immer schlechter wird, Menschen an Lebensqualität, Gesundheit und Perspektive verlieren. Und ungerechter Weise trifft das immer und überall am aller härtesten diejenigen, die sozial und ökonomisch eher schlechter gestellt sind, die keine Lobby haben und die sich meist eher weniger wehren können. Das erhöht nicht nur die gesellschaftliche Ungleichheit und Ungerechtigkeit und schadet damit dem sozialen Zusammenhalt. Das schadet uns auch als Gesellschaft insgesamt, erhöht die Kosten im Gesundheits – und Sozialsystem und trägt dazu bei, dass Menschen ihrerseits die Empathie für ihren Lebensraum, für andere Menschen und Lebewesen verlieren.

Der weltweite Raubbau an allem, was dieser Planet zu bieten hat, treibt nicht nur aktuell Millionen von Menschen auf die Flucht, er droht auch uns allen – egal wo wir leben – die Zukunft zu rauben. Daher war Umweltpolitik noch nie so sehr wie jetzt auch Sozialpolitik! Insofern trifft es sich gut, dass ich auch Sozialsprecherin bin. Ich kann gar nicht anders, als diese Themen gemeinsam zu betrachten.

Allerdings: Es war noch nie meine Art, nur über Dinge zu reden – meine Motivation, Politik zu machen, kommt eben gerade daher, dass mir das Reden oft viel zu lang und das Handeln viel zu langsam erscheint!

Und natürlich bin ich davon überzeugt, dass ich als Politikerin eine besondere Verantwortung habe, auch selbst entsprechend zu handeln. Am Freitag habe ich mit meiner Kollegin auf Bundeebene, Umweltsprecherin Christiane Brunner daher der heurigen Flurreinigung ein wenig vorgreifen. Wir haben an der Straße, die zu meinem Haus führt auf einer Strecke von knapp 300 Metern in nicht einmal einer halben Stunde 20 Plastikflaschen, 18 Alu-Dosen, 3 Einwegglasflaschen und jede Menge anderen Müll gefunden. Nun ist es zwar super und wichtig, dass sich jedes Jahr 1000de von Menschen an den Flurreinigungen beteiligen und den Dreck von anderen Menschen zusammensammeln. Politisches Handeln heißt aber, hier den Ursachen auf den Grund zu gehen und daran etwas zu verändern. Daher treten wir unter anderem für ein Pfandsystem für Getränkeverpackungen ein, das es in vielen anderen Ländern bereits gibt. Christiane Brunner hat dazu gerade einen Antrag eingebracht. Es würde helfen, dieses Problem zu verändern, davon bin ich überzeugt! Es wäre gut für die Menschen, gut für die Lebensräume, gut für andere Lebewesen (auch Tiere sterben ja oft an den Folgen unseres in der Natur entsorgten Mülls!) – und es ist natürlich eine Frage des politischen Willens, ob man es macht oder nicht!

In der Steiermark sind wir auf Landesebene (noch) nicht in der Position unseren politischen Willen, stärker durchzusetzen. Aber mein erklärtes Ziel ist es dorthin zu kommen! Ich möchte dazu beitragen, dass wir vom Reden zum Handeln kommen, dass wir unsere Lebensbedingungen so gestalten, dass auch unsere Kinder ein gutes Leben führen können.

Das können wir nur erreichen, wenn wir viele Menschen über alle gesellschaftlichen und sonstigen Grenzen hinweg davon überzeugen, dass es möglich ist, die Rahmenbedingungen zum Nutzen für uns alle zu verändern.

Nach mehr als eineinhalb Jahren in der Landespolitik, habe ich diesbezüglich natürlich auch schon frustrierende Erlebnisse gehabt, aber es gibt immer wieder auch ganz viel Freude und Hoffnung: Vorletzte Woche hatte mich die katholische Männerbewegung Gnas zu einer Lesung und Diskussion aus meinem Buch „Plastikfreie Zone“ eingeladen. Mit mehr als 120 Menschen habe ich im Pfarrsaal in Gnas über die Möglichkeiten der Einzelnen und der Politik gesprochen, Ressourcen zu schonen und (Plastik) Müll zu vermeiden, neue Wirtschaftsideen und Initiativen zu fördern,…. Da war so viel Engagement, Begeisterung und der Wille zum Handeln spürbar. Da gab es so viel positives Feedback und so viel Aufbruchsstimmung – und da konnte ich wieder ganz viel Kraft für mein politisches Handeln tanken!

Danke dafür! Ich freu mich riesig auf meine neue Aufgabe.

„Der Frauentag bedeutet mir eigentlich nichts…“

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…sagt im heutigen Ö1 Morgenjournal eine der bekanntesten österreichischen Feministinnen und Autorinnen, Christine Nöstlinger. Im anschließenden Interview zählt sie nur einen Bruchteil der vielen bekannten Tatsachen auf, in denen sich die Benachteiligung von Frauen in Österreich auch im Jahr 2017 noch immer manifestiert: Österreich liegt bei den Gehaltsunterschieden zwischen Männern und Frauen mittlerweile EU-weit auf dem unrühmlichen vorletzten Platz (immerhin noch vor Estland), Alleinerzieherinnen gehören zu den am meisten von Armut gefährdeten Gruppen, Kinderbetreuung ist in vielen Bereichen immer noch absolut unzureichend und die Verteilung von bezahlter und unbezahlter Arbeit nach wie vor skandalös! Frauen führen, vor allem was die unbezahlte Arbeit anbelangt, nach wie vor ein gesellschaftliches Schattendasein, tragen einen großen Teil der (sozialen) Gesamtlast und haben genau deshalb oftmals auch noch sehr viele persönliche Nachteile zu tragen!

Soviel – so unerfreulich!

Erfreulich ist, dass es gerade im politischen Kontext, jede Menge Hebel gibt, die man betätigen kann (leider oft nur könnte), um die Situation zu verbessern. Hier ein ganz konkretes Beispiel aus der jüngsten Vergangenheit:

Ich hatte im Rahmen meiner Hospitationen, die ich nun seit über einem Jahr in verschiedenen Sozialeinrichtungen der Steiermark durchführe, vor einer Woche Gelegenheit der Frauensprechstunde in der Marienambulanz beizuwohnen. Ein zutiefst beeindruckendes Team von teilweise ehrenamtlichen ÄrztInnen, Hebammen, SozialarbeiterInnen, …usw., kümmert sich hier um die Gesundheitsversorgung von Frauen, die entweder keine Versicherung haben oder aus sonstigen sozioökonomischen Gründen nicht in Arztpraxen versorgt werden. Ein extrem problematischer Bereich ist für viele dieser Frauen das Thema Verhütung.

Der erschütterndste Fall an diesem Vormittag war für mich eine junge syrische Frau mit 19 Jahren, 2 Kindern im Alter von eineinhalb Jahren und 8 Monaten, bei der in der Untersuchung bereits die dritte Schwangerschaft festgestellt wurde. Die behandelnde Frauenärztin und die Hebamme erklärten mir anschließend, dass für viele dieser Frauen die einzige Chance, ungewollte Schwangerschaften zu verhindern, ein extrem niederschwelliger und kostenloser Zugang zu Verhütungsmitteln wäre. Und zwar egal, woher sie kommen! Das ist aber natürlich eine Finanzierungsfrage.

Ich habe erst vor kurzem im Landtag einen Antrag auf „kostenlose Verhütungsmittel für junge Menschen“ eingebracht. Inhaltlich wurde mir von der Regierung zwar Recht gegeben, aus Kostengründen wurde der Antrag dennoch abgelehnt.

Insofern verstehe ich Christine Nöstlinger sehr gut, denn es ist die Aufgabe von ehrlicher Frauenpolitik, nicht nur am Frauentag, große Töne zu spucken (und schon gar nicht nur zu bejammern, was ist), sondern jeden Tag, bei jeder politischen Entscheidung, tatsächlich Maßnahmen zu treffen, die die Ungerechtigkeiten mindern!

Frauen sind diejenigen, die von ungewollten Schwangerschaften immer noch in erster Linie betroffen sind, Frauen sind ökonomisch in allen Bereichen nach wie vor massiv benachteiligt und Maßnahmen, die genau dazu beitragen würden, einen Teil dieser Benachteiligung zu beheben, will man sich dann einfach nicht leisten?  Das geht nicht!! Auch die Frauen der Regierungsfraktionen, setzen hier bis jetzt leider kein gegenteiliges Zeichen. Über riesige Millionenbeträge wird (mehrheitlich von Männern! – siehe Verteilung im steir. Landtag, Gemeinderäten usw.) oft ganz locker entschieden. Wenn es um relativ kleine Beträge geht, die in erster Linie Frauen nutzen würden, ist der „Sparstift“ ganz schnell gezückt – leider zu teuer!

Dass der Frauentag Christine Nöstlinger „eigentlich nichts bedeutet“ wird wohl auch daran liegen, dass sie über viele Jahrzehnte immer wieder solche Beispiele erlebt hat. Doch sie endete heute in ihrem Interview ja auch mit dem Wunsch, dass Frauen gefördert werden mögen (und zwar auch  und im Besonderen von Männern, weil genau die ja im Moment immer noch sehr viel häufiger dort sitzen, wo es Kapazitäten zum Fördern gibt!)

Für mich persönlich ist der Frauentag ein Auftrag, mich weiterhin mit all meinen Möglichkeiten dafür einzusetzen, nicht nachzugeben, die Forderungen immer wieder zu erheben, Frauen und Männer dafür zu gewinnen und davon zu überzeugen, dass eine gerechte Verteilung uns allen nutzt! Solange bis der Frauentag, der Tag echter Gleichstellung auf allen Ebenen ist – dann kann man ihn auch gerne umbenennen…

Es war einfach notwendig…

….dieses Zeichen zu setzen!

Und ich will heute so vielen Menschen DANKE sagen, dass ich am Versuch alle aufzuzählen garantiert scheitern würde!

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Mein Dank gilt schlicht und einfach ALLEN, die in den letzten Wochen und Monaten durch offensichtliche, aber auch durch stillere Unterstützung, durch Spenden, durch Gespräche im Freundeskreis, in der Familie, mit ArbeitskollegInnen und natürlich auf der Straße an den Wahlwerbe – Standln und bei allen möglichen kreativen Aktionen, dazu beigetragen haben, dass es uns gestern gemeinsam gelungen ist, ein noch viel deutlicheres Signal für Zusammenhalt und Zuversicht zu setzen, als in der ersten Stichwahl!

Seit dem Mai war unser Motto „Mehr denn je“ und das gilt nun „Mehr denn je“! Mit dem gestrigen Tag geht zwar für uns alle eine unglaublich intensive und auch anstrengende Zeit zu Ende, aber das, wofür wir uns  nun so lange eingesetzt haben, weil wir einfach daran geglaubt haben, dass es durch Alexander Van der Bellen bestmöglich vertreten wird, gilt es nun gemeinsam weiter mit Leben zu erfüllen.

Die ÖsterreicherInnen haben gestern ganz deutlich gezeigt, dass sie sich weder von Wahlanfechtung, noch von Wahlwiederholungen und Verschiebungen davon abhalten lassen, wählen zu gehen! Die Walbeteiligung ist seit der ersten Stichwahl entgegen aller Prognosen sogar gestiegen. Und so viele Menschen haben in den letzten Monaten – ebenfalls ganz gegen den angeblichen Trend der „Politikverdrossenheit“ –  gezeigt, dass sie bereit sind, sich für ihre Überzeugung einzusetzen! Daran gilt es nun weiter zu arbeiten, die Menschen weiter zu ermuntern, sich zu beteiligen und „Politik“ als etwas zu erleben, dass sie selbst mitgestalten – jeden Tag durch ihr eigenes Reden und Tun.

Und in diesem Sinne möchte ich noch einmal mit den Worten von Alexander Van der Bellen vom Mai 2016 schließen:

„Es sind zwei Hälften, die Österreich ausmachen. Die eine Hälfte ist so wichtig wie die andere. Ich könnte sagen: Du bist gleich wichtig wie ich und ich bin gleich wichtig wie du.

Und gemeinsam ergeben wir dieses schöne Österreich.“

DANKE